{"id":1990,"date":"2020-10-07T13:44:42","date_gmt":"2020-10-07T12:44:42","guid":{"rendered":"https:\/\/recode.law\/?p=1990"},"modified":"2021-03-23T17:08:25","modified_gmt":"2021-03-23T16:08:25","slug":"einjagfuerdiezukunft-digitalisierung-muss-in-die-juristenausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/recode.law\/en\/einjagfuerdiezukunft-digitalisierung-muss-in-die-juristenausbildung\/","title":{"rendered":"Ein JAG f\u00fcr die Zukunft &#8211; Digitalisierung muss in die Jurist:innenausbildung!"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Update M\u00e4rz 2021:\u00a0<\/strong>recode.law wurde vom Rechtsausschuss des Landtag NRW zu einer schriftlichen Stellungnahme zu diesem Thema aufgefrodert. <a href=\"https:\/\/recode.law\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/recode.law-Stellungnahme-Landtag-17-3715.pdf\">Hier ist sie als PDF einsehbar.<\/a><\/p>\n<p>Am Montag, den 05. Oktober 2020 versendete recode.law einen offenen Brief an den Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen Peter Biesenbach. In diesem reagieren wir auf die vom Justizminister geplanten \u00c4nderungen des Juristenausbildungsgesetzes (JAG), in dem die Digitalisierung keine Rolle spielt, und unterbreiten Vorschl\u00e4ge, wie man die Digitaliserung des Rechts und der Gesellschaft angemessen ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnte, und begr\u00fcnden, warum dies dringend notwendig ist. Der Brief ist im Folgenden abgedruckt und soll auch bundesweit zur Debatte beitragen. <a href=\"https:\/\/recode.law\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/recode.law-Ein-JAG-fuer-die-Zukunft.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier ist der Originalbrief als PDF einsehbar.<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-weight: 600;\">#einJAGf\u00fcrdieZukunft<\/span><span style=\"font-weight: 600;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 600;\">Geplante \u00c4nderungen des Juristenausbildungsgesetzes NRW sind r\u00fcckschrittlich und tragen der ver\u00e4nderten digitalen Gesellschaft und Arbeitswelt in keiner Weise Rechnung \u2013 dabei ist es allerh\u00f6chste Zeit!<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sehr geehrter Herr Minister Biesenbach,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">k\u00f6nnen wir uns Ihrer Ansicht nach im Jahre 2020 eine Juristenausbildung leisten, in der die Digitalisierung keine Rolle spielt? Dies m\u00fcssen wir leider aus den Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die Reform des Juristenausbildungsgesetzes NRW (JAG) schlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Mitglieder des recode.law e.V., also Studierende und Young Professionals unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich mit der Zukunft des Rechts besch\u00e4ftigen, m\u00f6chten mit diesem offenen Brief aufzeigen, warum die Digitalisierung des Rechts und des Rechtsmarktes auch in der Juristenausbildung eine Rolle spielen muss. Vielleicht sogar: Warum unser Rechtsstaat diese Ver\u00e4nderungen braucht.<\/span><\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong>&gt;&gt;<\/strong><b> Vorschlag 1:<\/b><span style=\"font-weight: 600;\"> Wir fordern, \u00a7 25 Abs. 2 Nr. 4 JAG NRW so zu \u00e4ndern, dass nicht nur <\/span><i><span style=\"font-weight: 600;\">fremdsprachige <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 600;\">Zusatzausbildungen der Hochschulen mit einem Freisemester beim Freiversuch privilegiert werden,<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> sondern auch andere vom Landesjustizpr\u00fcfungsamt anerkannten <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">wissenschaftlichen <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">Zusatzausbildungen.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">So wird den Hochschulen erm\u00f6glicht, interdisziplin\u00e4re Zusatzausbildungen u.a. in Legal Tech nach dem Passauer Vorbild anzubieten und sich unter Darlegung des Nutzens beim LJPA um eine Anerkennung zu bewerben. <\/span><strong>&lt;&lt;<\/strong><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong>&gt;&gt; Vorschlag 2: <\/strong><span style=\"font-weight: 600;\"> weiterhin, \u00a7 7 Abs. 2 JAG NRW zu \u00e4ndern, sodass Inhalt des Jurastudiums auch ist, ein Bewusstsein f\u00fcr den (potenziellen) Einfluss der Digitalisierung auf das Recht zu schaffen und die technologischen sowie methodischen Grundlagen einer digitalen juristischen Arbeitsweise zu vermitteln. <\/span><strong>&lt;&lt;<\/strong><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Das ist n\u00f6tig, weil auch durch die von Ihnen geplanten Reformen des JAG NRW, die Juristenausbildung den M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen nicht gerecht wird, vor die die Digitalisierung das Recht und den Rechtsstaat stellt.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Der Rechtsmarkt der Zukunft braucht Rechtsmethodiker, Kommunikationstalente, Rechtsingenieure und Projektmanager \u2013 mit anderen Worten: Gerade nicht das, was es schon immer gab und was die jetzigen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein neues JAG NRW aufrechterhalten werden.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Deutsche ziehen im Durchschnitt erst f\u00fcr einen Streitwert ab 1.840 \u20ac vor Gericht und die Verfahren dauern zu lange. Eine digitale Justiz kann das \u00e4ndern. Der Grundsatz effektiven Rechtsschutzes, abgeleitet aus dem Rechtsstaatsprinzip, sollte gef\u00f6rdert werden, indem man die Potenziale der Digitalisierung auch im Bereich der Justiz realisiert. So kann den B\u00fcrgern ein effizienterer und gerechterer Rechtsschutz geboten werden.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es drohen rechtsfreie R\u00e4ume, die sich ein Rechtsstaat nicht leisten kann, wenn die juristische Praxis die rasanten Technikspr\u00fcnge nicht versteht und mit ihnen nicht mith\u00e4lt. Dann kann der Rechtsstaat sie nicht regeln und \u00fcber sie urteilen.<\/p>\n<p style=\"font-size: 0.8rem;\"><b>Vorab eine Einschr\u00e4nkung: <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Fragen wie die psychische Belastung durch das Staatsexamen, die Abschaffung des Abschichtens oder die Einf\u00fchrung eines integrierten Bachelorgrades \u2013 um nur ein paar zu nennen \u2013 sind f\u00fcr #einJAGf\u00fcrdieZukunft ebenfalls essenziell. Allerdings sind wir keine zweite Landesfachschaft. Wir beschr\u00e4nken uns auf den Bereich unserer Expertise: Legal Tech und Innovation. Hier haben wir uns vor allem als Bildungsplattform, Eventveranstalter und Content-Creator Anerkennung erworben. K\u00fcrzlich haben wir eine virtuelle Online-Konferenz zu den Chancen und H\u00fcrden der Digitalisierung der Justiz (\u201cDigital Justice Conference 2020\u201d) organisiert mit namhaften, internationalen Speakern und Diskutanten und 450 Teilnahmen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Zu den \u00fcbrigen (wichtigen) allgemeinen Fragen der Reform (wie z.B. die Frage des Abschichtens, Gewichtung m\u00fcndlicher Pr\u00fcfung u.\u00c4.) verweisen wir auf die Stellungnahme der <\/span><a href=\"https:\/\/landesfachschaft.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Stellungnahme-LT-NRW-Rechtsausschuss-02.07.2018-vom-1-1.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><i><span style=\"font-weight: 400;\">Landesfachschaft Jura NRW<\/span><\/i><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> und die Eckpunkte f\u00fcr eine neue Juristenausbildung von <\/span><a href=\"https:\/\/newschooloflaw.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><i><span style=\"font-weight: 400;\">Prof. Dr. Stephan Breidenbach<\/span><\/i><\/a> <span style=\"font-weight: 400;\">(u.a.). Wir beschr\u00e4nken uns in diesem Brief darauf, #einJAGf\u00fcrdieZukunft vom Blickwinkel der voranschreitenden Disruption, Innovation und Digitalisierung im juristischen Bereichs zu betrachten und zu gestalten. F\u00fcr die \u00fcbrigen Blickwinkel gibt es andere Experten, die wir hiermit herzlich dazu einladen, #einJAGf\u00fcrdieZukunft mitzugestalten!<\/span><\/p>\n<h2>I. <span style=\"font-weight: 600;\">Handlungsbedarf: Legal Tech(nology) ist auf dem Vormarsch<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">23 % der Arbeit eines Anwalts k\u00f6nnte mit bereits <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">heutiger<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> Technologie automatisiert werden (<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2017\/03\/19\/technology\/lawyers-artificial-intelligence.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">McKinsey Global Institute<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">). Nach Einsch\u00e4tzung von Partnern von Gro\u00dfkanzleien k\u00f6nnten potenziell 30-50 % der Aufgaben von Junganw\u00e4lten automatisiert werden (<a href=\"https:\/\/www.law-school.de\/fileadmin\/content\/law-school.de\/de\/units\/abt_education\/pdf\/Studien\/Legal_Tech_Report_2016.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Boston Consulting Group; Bucerius Law School<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">). Wer nun tats\u00e4chlich automatisiert, kann seine Dienste z\u00fcgiger, kosteng\u00fcnstiger und zu attraktiven Pauschalpreisen anbieten. Diese Entwicklung hat bereits begonnen. Wer es nicht tut, wird nicht mehr marktf\u00e4hig sein. F\u00fcr menschliche Subsumtionsautomaten oder Ewig-Gestrige, die<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\"> billable hours <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">f\u00fcr Routinearbeiten berechnen, wird kein Platz mehr sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 600;\">Was die Zukunft braucht: Rechtsmethodiker, Kommunikationstalente, Rechtsingenieure und Projektmanager<\/span><span style=\"font-weight: 600;\">, vulgo: Gerade nicht das, was es schon immer gab und was die jetzigen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein neues JAG NRW aufrechterhalten werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei der Justiz verh\u00e4lt es sich nicht anders: Wir haben zweifelsohne das Gl\u00fcck, uns im weltweiten Vergleich in einem durchaus fairen, effizienten und sicheren Rechtssystem zu befinden. Trotzdem: Der durchschnittliche Streitwert, ab dem die deutsche Bev\u00f6lkerung wegen eines Anspruchs vor Gericht ziehen w\u00fcrde, liegt bei<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">1.840 \u20ac. Kann es sein, dass der Rechtsstaat unter dieser Grenze letztlich nicht anspringt und bei den B\u00fcrgern ankommt? Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnten sein, dass die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der deutschen Bev\u00f6lkerung der Auffassung ist, dass viele Gerichtsverfahren zu lange dauern (85 %) und die Gerichte \u00fcberlastet sind (83 %). Auch seien die Gesetze in Deutschland viel zu kompliziert, sodass man sie als normaler B\u00fcrger nicht verstehe (56 % [bisherige Zahlen aus dem <a href=\"https:\/\/www.ifd-allensbach.de\/fileadmin\/IfD\/sonstige_pdfs\/ROLAND_Rechtsreport_2020.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Roland Rechtsreport 2020<\/a>]<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">), was die Selbsteinsch\u00e4tzung der eigenen Rechte erschwert. Sie f\u00fcrchten schlichtweg das Prozessrisiko und die Belastung, die mit einem Prozess einhergeht. Und verzichten auf ihr gutes Recht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Hier gilt nicht: \u201cViel hilft viel\u201d. Diese Probleme k\u00f6nnen nicht einfach mit mehr Personal gel\u00f6st werden. Das System braucht einen grundlegenden, qualitativen Wandel. Und das Werkzeug dazu wartet frustriert vor Ihrer und den T\u00fcren der hiesigen Hochschulen. Es hei\u00dft: Digitalisierung.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend in British Columbia, Kanada tausende zivilrechtliche Anspr\u00fcche vor dem <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Civil Resolution Tribunal <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">komplett online durchgesetzt werden und <a href=\"https:\/\/civilresolutionbc.ca\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Technical-Briefing-March-29-2019.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">78 %<\/a> der Teilnehmer zufrieden mit der Schnelligkeit waren<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> (zur Erinnerung: in Deutschland sind 85 % <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">un<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">zufrieden), werden hierzulande <a href=\"https:\/\/anwaltsblatt.anwaltverein.de\/de\/anwaeltinnen-anwaelte\/anwaltspraxis\/erstmal-mehr-papier\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leistungsdrucker in Gerichten aufgebaut<\/a>, weil \u00fcber das besondere elektronische Anwaltspostfach \u2013 wenn es mal\u00a0 sicher funktioniert \u2013 gesendete Dokumente bei Gericht mancherorts noch nicht in einer eAkte gespeichert werden.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 600;\">Wieso nicht den Grundsatz effektiven Rechtsschutzes, abgeleitet aus dem Rechtsstaatsprinzip, signifikant f\u00f6rdern, indem man die Potenziale der Digitalisierung auch im Bereich der Justiz realisiert? So kann den B\u00fcrgern ein effizienterer und gerechterer Rechtsschutz geboten werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Digitalkompetenz ist aber nicht nur n\u00f6tig, um damit das Recht effizient zu machen. Anders herum muss das Recht auch \u00fcber digitale Fragen entscheiden k\u00f6nnen. Schon jetzt wird von Berufseinsteigern in jeglichen Einsatzbereichen ein hohes Ma\u00df an interdisziplin\u00e4rer Kompetenz gefordert. Juristen und Juristinnen mussten sich schon immer mit wirtschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen auseinandersetzen. Mit der Digitalisierung\u00a0 wird dies noch versch\u00e4rft und ein zunehmendes Ma\u00df an Kenntnis \u00fcber komplexe technische Zusammenh\u00e4nge wird notwendig. Setzen sie sich hiermit nicht auseinander, kann das Rechtssystem den rasanten Technikspr\u00fcngen in der Praxis nicht mehr mithalten. <span style=\"font-weight: 600;\">Es drohen rechtsfreie R\u00e4ume, die sich ein Rechtsstaat nicht leisten kann.<\/span><\/span><\/p>\n<h2>II. <span style=\"font-weight: 600;\">Der Anfang ist bei der Ausbildung zu machen. Ihre Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die JAG-Novelle tragen dem keine Rechnung<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Rechtsanwender und -schaffenden von Morgen durchlaufen zurzeit noch eine juristische Ausbildung, die auf den zwingenden Wandel in der Rechtspraxis nicht zu reagieren vermag. Dieser Wandel hat l\u00e4ngst begonnen, w\u00e4hrend sich die juristische Ausbildung seit Jahrzehnten nicht grundlegend ver\u00e4ndert hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das muss sie aber. Das Anforderungsbild, das bei Berufseintritt in Zukunft an den juristischen Nachwuchs gestellt werden wird, wird die jetzigen Ausbildungsinhalte weit \u00fcbertreffen. Zudem werden sie nicht einfach nur bestehende Software anwenden m\u00fcssen. Mit einer zunehmenden Digitalisierung aller geeigneten Prozesse wird es an den Juristen liegen, auch Digitalisierungspotenzial zu erkennen und dann bei der Umsetzung ma\u00dfgeblich mitzuwirken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Anforderungen stellen sich nicht etwa nur an einen Bruchteil der Juristerei, sondern vielmehr an Juristen in <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">jeglichen <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">Bereichen und T\u00e4tigkeitsfeldern, da diese sich an eine zunehmend digitalisierte Umwelt anpassen m\u00fcssen, um nicht gravierende Verluste an Funktions- und Konkurrenzf\u00e4higkeit verzeichnen zu m\u00fcssen. Nur beispielhaft seien die \u201cDiesel-Massenverfahren\u201d genannt, die zum einen von den bearbeitenden Kanzleien nicht ohne technische Unterst\u00fctzung bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen, zum anderen die Gerichte an ihre Belastungsgrenze treiben, da die spiegelbildliche technische Infrastruktur dort fehlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus handelt es sich hier um Digitalisierungsvorhaben, die nicht v\u00f6llig ausgelagert werden k\u00f6nnen: Bei hohem Interesse an Geheimhaltung, Sicherheit und vor allem Richtigkeit, das bei der Umsetzung solcher Projekte im juristischen Bereich die Regel sein wird, ist es unerl\u00e4sslich, dass die Juristen zu jedem Punkt der Entwicklung die Letztentscheidungshoheit innehaben. Sie m\u00fcssen in der Lage sein, technische Zusammenh\u00e4nge zumindest oberfl\u00e4chlich zu verstehen und potenzielle Risiken und Fehler einzuordnen. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie zu Beginn eines solchen Projektes die technischen M\u00f6glichkeiten absch\u00e4tzen k\u00f6nnen und in der Umsetzung stets auf Augenh\u00f6he mit den anderen Mitwirkenden kommunizieren k\u00f6nnen. Es wird nicht notwendig sein, dass ein jeder Jurist zum Programmierer umfunktioniert wird. Dennoch m\u00fcssen die Mechanismen der Digitalisierung und technische Zusammenh\u00e4nge zum Grundrepertoire geh\u00f6ren.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-weight: 600;\">Auch im aktuellen Vorschlag zur Reform des JAG NRW kommen diese \u00dcberlegungen leider nicht zum Zuge<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">, vielmehr bleibt durch die Ausweitung des Pflichtfachstoffs, die Wiedereinf\u00fchrung der gro\u00dfen Scheine und der Entfall der Abschichtm\u00f6glichkeit noch weniger Zeit, um sich diesen Themen ggf. sogar neben dem Studium zu widmen.<\/span><\/p>\n<h2>III. <span style=\"font-weight: 600;\">Konstruktive Gegenvorschl\u00e4ge: Ihr Beitrag zu einer zukunftsgerichteten Juristenausbildung<\/span><\/h2>\n<p style=\"font-size: 0.8rem;\"><b>Vorab: <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Uns ist bewusst, dass die Lehrangebote im Rahmen der Juristenausbildung nur zum Teil von Ihnen und dem Landesgesetzgeber, an die sich dieser Brief prim\u00e4r richtet, bestimmt werden. Es obliegt den Hochschulen, den gesetzlichen Rahmen mit Inhalt auszuf\u00fcllen und damit einen weiten Teil der Ausbildung zu gestalten. Dennoch m\u00f6chten wir mit diesem Brief ein ganzheitliches Bild von einer <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">innovationsfreundlichen <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">Juristenausbildung zeichnen \u2013 unabh\u00e4ngig, von wem und auf welche Weise es formell umzusetzen ist. Insofern sind im \u00dcbrigen auch die Vertreter der juristischen Fakult\u00e4ten angesprochen, die das Studiumsangebot gestalten.<\/span><\/p>\n<h3>1. <span style=\"font-weight: 600;\">Beim Freiversuch nicht nur <\/span><i><span style=\"font-weight: 600;\">fremdsprachige<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 600;\"> Zusatzausbildungen privilegieren \u2013 \u00a7 25 Abs. 2 Nr. 4 JAG NRW<\/span><\/h3>\n<p><b>&gt;&gt;<\/b> <b>Vorschlag 1:<\/b><span style=\"font-weight: 600;\"> Nach \u00a7 25 Abs. 2 Nr. 4 JAG NRW bleibt einem f\u00fcr den Freiversuch ein Semester mehr Zeit, wenn man eine fremdsprachige rechtswissenschaftliche (Zusatz-)Ausbildung absolviert hat. Warum trifft diese Privilegierung nur <\/span><i><span style=\"font-weight: 600;\">fremdsprachige <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 600;\">Zusatzausbildungen? In Bayern kommen zum Beispiel nach \u00a7 37 Abs. 4 JAPO s\u00e4mtliche vom Landesjustizpr\u00fcfungsamt anerkannte <\/span><i><span style=\"font-weight: 600;\">wissenschaftliche <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 600;\">Zusatzausbildungen in Betracht. Dies w\u00fcrde den Hochschulen erm\u00f6glichen, auch umfassende Lehrangebote rund um die Digitalisierung und New Work anzubieten, die die Studierenden wahrnehmen k\u00f6nnten, ohne unter Zeitdruck zu geraten. <\/span><b>&lt;&lt;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Universit\u00e4t Passau ging sogar schon so weit, einen <\/span><a href=\"https:\/\/www.uni-passau.de\/legaltech\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><i><span style=\"font-weight: 400;\">Bachelor of Laws (LL.B.) <\/span><\/i><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">in Legal Tech anzubieten, den man ohne Zeitverlust auch neben dem regul\u00e4ren juristischem Studium erwerben kann.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>2. <span style=\"font-weight: 600;\">Technologische und methodische Grundlagen digitaler juristischer Arbeitsweise als Inhalt des Studiums \u2013 \u00a7 7 Abs. 2 JAG NRW<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In dem Rahmen jedenfalls, den auch schon das bisherige JAG den hiesigen Hochschulen l\u00e4sst, h\u00e4tten sie schon lange von sich aus etwas unternehmen und Legal Tech angemessen in ihr Curriculum implementieren k\u00f6nnen. Dies haben sie aber bis heute nicht getan. Das kann, wie eingangs gezeigt, ein moderner Rechtsstaat heutzutage aber nicht weiter hinnehmen. Darum ist nun die Zeit, von den Hochschulen aktiv einzufordern, Nachwuchs auszubilden, der zumindest mit den technologischen und methodischen Grundlagen der digitalen juristischen Arbeitsweise betraut ist. Dies Einzufordern ist auch ohne weiteres m\u00f6glich, denn gerade deswegen unterliegt das juristische Studium hierzulande der staatlichen Pr\u00fcfung und nicht ausschlie\u00dflich dem Gusto der Hochschulen: Weil es hervorbringt, was am Ende den Rechtsstaat verk\u00f6rpern soll. Und da sollte der Staat ein W\u00f6rtchen mitreden und Anforderungen formulieren.<\/span><\/p>\n<p><b>&gt;&gt; Vorschlag 2:<\/b><span style=\"font-weight: 600;\"> Konkret ist \u00a7 7 Abs. 2 JAG NRW gemeint, der den Inhalt des Jurastudiums definiert. Dieser k\u00f6nnte dahingehend erweitert werden, dass das Studium ein Bewusstsein f\u00fcr den (potenziellen) Einfluss der laufenden Digitalisierung auf das Recht allgemein, aber auch auf die Praxis der Justiz, Verwaltung und Rechtsberatung, sowie die technologischen und methodischen Grundlagen digitaler juristischer Arbeitsweise vermitteln soll. <\/span><b>&lt;&lt;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Damit w\u00e4re ein klares Zeichen gesetzt. Die Hochschulen w\u00e4ren verpflichtet, fortan ein entsprechendes Ausbildungsangebot zu schaffen, das auch au\u00dferhalb von freiwilligen Weiterbildungsprogrammen alle Auszubildenden fl\u00e4chendeckend erreicht.<\/span><\/p>\n<h3>3. <span style=\"font-weight: 600;\">Wie die Hochschulen diesen neuen Rahmen ausf\u00fcllen k\u00f6nnten<\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\">a. Sensibilisierung der und durch die Hochschullehrer<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie soll der Sch\u00fcler lernen, was der Lehrer nicht wei\u00df? Die erschreckende Erkenntnis ist, dass Teile der hiesigen Hochschullehrerschaft sich entweder der eingangs skizzierten Entwicklungen nicht Gewahr sind oder es zumindest nicht zeigen und in ihre Lehre einflie\u00dfen lassen. Es muss nicht jeder ein Legal-Tech-Experte werden \u2013 aber jeder sollte ein Bewusstsein f\u00fcr die Entwicklungen haben seine Studierenden zumindest am Rande auf diese hinweisen. Das reicht schon, um ein allgemeines Bewusstsein und gegebenenfalls Wissenshunger und die Nachfrage nach \u201cMehr\u201d zu schaffen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\">b. Vorlesung \/ Zusatzausbildung \u201cRecht und Technologie\u201d<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es ist so banal wie es klingt. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Dr. Martin Fries <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">macht es bereits seit Jahren eindrucksvoll mit seiner <a href=\"https:\/\/www.jura.uni-muenchen.de\/personen\/f\/fries_engel_martin\/veranstaltungen\/vorlesung-legal-tech\/index.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Legal-Tech-Vorlesung an der LMU M\u00fcnchen<\/a> vor.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"https:\/\/www.juwiss.de\/89-2016\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Allgemeine Vorschl\u00e4ge<\/a> f\u00fcr eine solche Vorlesung kursieren schon seit Jahren.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Auf den wegweisenden Schritt der Universit\u00e4t Passau, einen integrierten <a href=\"https:\/\/www.uni-passau.de\/legaltech\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bachelor of Laws in Legal Tech<\/a> anzubieten, wurde schon an anderer Stelle hingewiesen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">The <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">internationale<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> Vergleich macht es nicht besser. Dazu gen\u00fcgt ein Verweis auf <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Andrew Perlman<\/span><\/i><i><span style=\"font-weight: 400;\">,<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> der eine <a href=\"https:\/\/prawfsblawg.blogs.com\/prawfsblawg\/2017\/02\/legal-education-in-the-21st-century.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Liste mit US-amerikanischen Law Schools<\/a> aufgestellt hat, die schon 2017 \u2013 zum Zeitpunkt des Verfassens \u2013 Expertise im Legal-Innovation-Bereich institutionalisiert haben. Namen wie Columbia, Harvard, MIT und Stanford muss man nat\u00fcrlich nicht lange suchen. Erwecken diese Namen nicht genug Vertrauen in die Wichtigkeit des Themas, um sich damit auch hierzulande auseinanderzusetzen?<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\">c. (Legal) Tech Labs &amp; Hubs<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Hochschulen k\u00f6nnten sog. Labs oder Hubs einrichten, an denen interessierte Studierende <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">aller <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">Fachrichtungen neben dem Studium freiwillig Tech-Skills erlernen und Projekte umsetzen k\u00f6nnen. Durch die interdisziplin\u00e4re Ausrichtung kann jeder von jedem lernen und es wird geschult, andere Disziplinen zumindest oberfl\u00e4chlich zu verstehen und mit Experten \u00fcber sie zu sprechen. F\u00fcr Juristen ist dies sowohl neu als auch von hoher Bedeutung: Seit Jahrhunderten praktizierten sie nahezu isoliert ihr Fach und hatten im B\u00fcro und bei Verhandlungen im Wesentlichen nur Kontakt zu ihresgleichen. Wie eingangs gezeigt, wird das aufkommende Berufsbild des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Legal Project Managers <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">und des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Legal Engineers<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> aber immer st\u00e4rker mit anderen Berufsgruppen eng zusammenarbeiten m\u00fcssen. Umgekehrt k\u00f6nnten aber auch findige Programmierer (u.a.) auf den bisher nahezu konkurrenzlosen und \u00e4u\u00dferst profitablen Markt der Digitalisierung juristischer Prozesse aufmerksam gemacht werden. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die <\/span><\/i><i><span style=\"font-weight: 400;\">praktische Ausbildung sachgerecht erg\u00e4nzen und vertiefen<\/span><\/i> <span style=\"font-weight: 400;\">(vgl. \u00a7 36 Abs. 1 JAG NRW) w\u00fcrden die Hubs und Labs sicherlich auch als m\u00f6gliche Wahlstationen im Referendariat.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\">d. Kooperationen mit Legal-Tech-Unternehmen<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nur wenige der hiesigen Legal-Tech-Unternehmen werden etwas dagegen haben, an der Ausbildung des juristischen Nachwuchses mitzuwirken und diesen ihre<a href=\"https:\/\/bryter.io\/bryter-open\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Software zur Verf\u00fcgung zu stellen<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> \u2013 schlie\u00dflich werden diese sp\u00e4ter zu potenziellen Kunden. So w\u00fcrde die Hemmschwelle f\u00fcr interessierte Studierende gesenkt werden, den Einstieg in die praktische Arbeit mit Legal Tech zu finden. Vielleicht bieten die Unternehmen sogar kostenlose Schulungen an?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Um Bedenken hinsichtlich der Freiheit der Lehre aus dem Weg zu gehen, w\u00e4re auch eine Anwendung von und Mitwirkung an Open-Source-Software m\u00f6glich. Prominentes Beispiel ist das von Berliner Studierenden initiierte Projekt <\/span><a href=\"https:\/\/open-decision.org\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><i><span style=\"font-weight: 400;\">Open Decision<\/span><\/i><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, das Entscheidungsautomatisierung frei verf\u00fcgbar macht.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-weight: 600;\">IV. <\/span><span style=\"font-weight: 600;\">Fazit<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine Zusammenfassung unserer Punkte fanden Sie bereits auf Seite 2. Daher nur noch so viel: Legal Tech ist auf dem Vormarsch und ist in Teilen des Marktes schon heute nicht mehr wegzudenken. In Zukunft wird er jegliche Teile dominieren. Und auch au\u00dferhalb des freien Marktes \u2013 in der Justiz und der Verwaltung \u2013 ist es h\u00f6chste Zeit, Legal Tech zu implementieren, um den Rechtsstaat zu st\u00e4rken und wirklich bis zur Haust\u00fcr eines jeden Rechtssuchenden zu bringen. Bitte nehmen Sie diese Entwicklung und Chancen ernst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wir w\u00fcrden uns freuen, wenn Sie unsere Anregungen bei Ihren zuk\u00fcnftigen Beratungen ber\u00fccksichtigen und das JAG nicht nur zu ver\u00e4ndern, sondern es auch wirklich erneuern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 600;\">Gerne tragen wir dazu bei und sind f\u00fcr einen Diskurs jederzeit bereit.<\/span><\/p>\n<p>Bei Interesse freuen wir uns \u00fcber eine Nachricht an\u00a0<a href=\"mailto:vorstand@recode.law\"><strong>vorstand@recode.law<\/strong><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Update M\u00e4rz 2021:\u00a0recode.law wurde vom Rechtsausschuss des Landtag NRW zu einer schriftlichen Stellungnahme zu diesem Thema aufgefrodert. Hier ist sie als PDF einsehbar. Am Montag, den 05. Oktober 2020 versendete recode.law einen offenen Brief an den Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen Peter Biesenbach. 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