{"id":2194,"date":"2019-04-18T18:55:55","date_gmt":"2019-04-18T17:55:55","guid":{"rendered":"https:\/\/recode.law\/?p=2194"},"modified":"2021-03-10T20:04:43","modified_gmt":"2021-03-10T19:04:43","slug":"unblocking-blockchain-vol-1-was-ist-eine-blockchain-und-wie-funktioniert-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/recode.law\/en\/unblocking-blockchain-vol-1-was-ist-eine-blockchain-und-wie-funktioniert-sie\/","title":{"rendered":"Unblocking Blockchain Vol. 1 &#8211; Was ist eine Blockchain und wie funktioniert sie?"},"content":{"rendered":"<p>Neben Artificial Intelligence und Internet of Things ist die Blockchain-Technologie eines der am meisten diskutierten Technologiethemen der heutigen Zeit. Das Blockchain-Protokoll wurde urspr\u00fcnglich von dem Pseudonym Satoshi Nakamoto im Jahr 2009 entwickelt. In den vergangenen Jahren befasste sich der Diskurs in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft vornehmlich mit den auf der Blockchain-Technologie basierenden Kryptow\u00e4hrungen, wie Bitcoin, und deren kuriosem Kursverhalten. Mit der Zeit wurde aber deutlich, dass die Blockchain-Technologie deutlich mehr Anwendungsm\u00f6glichkeiten hat, als nur Grundlage von Kryptow\u00e4hrungen zu sein. Der Fokus des Diskurses verschob sich folglich in der j\u00fcngeren Vergangenheit weg von der Blockchain-Technologie als reine Basis f\u00fcr Kryptow\u00e4hrungen hin zu den vielf\u00e4ltigen, potentiellen Einsatzm\u00f6glichkeiten in allen Wirtschaftszweigen.<\/p>\n<p>Dieser Artikel stellt den\u00a0Grundstein f\u00fcr weitere Artikel zum Thema Blockchain dar und erl\u00e4utert, was eine\u00a0Blockchain ist und wie die Ursprungs-Blockchain \u2013 die Bitcoin-Blockchain \u2013\u00a0funktioniert. In folgenden Beitr\u00e4gen werden wir darauf aufbauend die\u00a0Funktionsweise weiterer Blockchain-Protokolle, allen voran die\u00a0Ethereum-Blockchain, sowie die weitreichenden Einsatzm\u00f6glichkeiten der\u00a0Blockchain-Technologie beleuchten.<\/p>\n<h4>Definition<strong><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p>Die Blockchain-Technologie feiert\u00a0in diesem Jahr bereits ihren 10. Geburtstag und dennoch existiert bisher keine\u00a0einheitliche Definition des Begriffs \u201eBlockchain\u201c. Vielmehr kursieren im\u00a0Internet und in den Fachmedien verschiedenste Definitionen.<\/p>\n<p>So wird eine Blockchain\u00a0beispielsweise ganz kurz und b\u00fcndig als \u201eeine dezentrale Datenbankstruktur bzw.\u00a0ein digitales Register, welches Transaktionen transparent aufzeichnet\u201c, bezeichnet.<\/p>\n<p>Etwas ausf\u00fchrlicher definiert die\u00a0Bundesanstalt f\u00fcr Finanzaufsicht (BaFin) den Begriff Blockchain. Laut der BaFin\u00a0handelt es sich bei Blockchains um \u201ef\u00e4lschungssichere, verteilte\u00a0Datenstrukturen, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert,\u00a0nachvollziehbar, unver\u00e4nderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind.\u201c<\/p>\n<p>Deutlich ausf\u00fchrlicher definiert\u00a0der Blockchain-Experten Dr. Julian Hosp eine Blockchain untechnisch so: \u201eEine\u00a0Blockchain ist eine digitale Datei, in der dieselbe Information von allen\u00a0Mitgliedern einer Gesellschaft abgespeichert wird und Updates in regelm\u00e4\u00dfigen\u00a0Zeitbl\u00f6cken an die bereits bestehende Information geh\u00e4ngt werden, sodass jeder\u00a0Teilnehmer die gesamte Information besitzt und sich nicht auf andere verlassen\u00a0muss.\u201c<\/p>\n<p>Neben diesen Definitionen\u00a0existieren noch unz\u00e4hlige weitere. Allen Definitionen ist aber eins gemein: Sie\u00a0helfen nicht oder nur bedingt, wenn man verstehen will, was eine Blockchain\u00a0eigentlich ist oder wie die Blockchain-Technologie funktioniert. Nichts desto\u00a0trotz k\u00f6nnen die Definitionen hilfreich sein. Aus fast allen, insbesondere den\u00a0detaillierteren, lassen sich n\u00e4mlich vier Charakteristika einer Blockchain\u00a0ableiten, anhand derer die Funktionsweise einer Blockchain erkl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<h4>Charakteristika einer Blockchain<\/h4>\n<p>Die Charakteristika einer\u00a0Blockchain sind\u00a0 Dezentralit\u00e4t, Unver\u00e4nderbarkeit, Transparenz und\u00a0Privatsph\u00e4re. Anhand dieser werden wir im Folgenden die Funktionsweise einer\u00a0Blockchain erl\u00e4utern.<\/p>\n<h5>Dezentralit\u00e4t<\/h5>\n<p>Ein wesentliches Element einer Blockchain ist die dezentrale Speicherung von Informationen. Die Informationen werden nicht auf dem Server einer zentralen Institution (z.B. Regierung, Bank, Google, Facebook), sondern auf den Servern von einer Vielzahl von Nutzern gespeichert. Diejenigen Nutzer, die eine Kopie, der auf der Blockchain gespeicherten Informationen, auf ihrem Server speichern und verwalten, werden als \u201eNodes\u201c bezeichnet. Die Nodes sind \u00fcber das Internet\u00a0miteinander verbunden und bilden so ein dezentral organisiertes Netzwerk;\u00a0sprich eine dezentrale Datenbank (Engl.: Distributed Ledger). Dabei m\u00fcssen aber nicht alle\u00a0Netzwerkteilnehmer die gesamten Informationen der Blockchain als Kopie\u00a0speichern. Vielmehr unterscheidet man zwischen \u201eFull Nodes\u201c und \u201eLightweight\u00a0Nodes\u201c. Erstere speichern eine Kopie der kompletten Blockchain, letztere nur\u00a0einzelne Teile. Ebenso\u00a0wie die Speicherung nicht auf dem Server einer zentralen Instanz erfolgt, ist\u00a0auch f\u00fcr die Validierung der eingespeisten Informationen keine zentrale\u00a0Institution erforderlich. Die Validierung von neu eingespeisten Informationen\u00a0erfolgt n\u00e4mlich auch dezentral auf Grundlage eines automatisch ausgef\u00fchrten\u00a0Genehmigungsverfahrens (Konsensverfahren; dazu ausf\u00fchrlich unter 2.).<\/p>\n<p>Dadurch, dass die Informationen,\u00a0die auf einer Blockchain gespeichert sind, nicht auf dem Server einer zentralen\u00a0Institution, sondern auf den Servern der Netzwerkteilnehmer gespeichert und\u00a0aktualisiert werden, besteht keine zentrale Schwachstelle mehr, die ein\u00a0Angreifer f\u00fcr eine missbr\u00e4uchliche Informationsver\u00e4nderung nutzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h5>Unver\u00e4nderbarkeit<\/h5>\n<p>Ein weiteres Kennzeichen der Blockchain ist die Unver\u00e4nderbarkeit der auf ihr gespeicherten Informationen. Diese resultiert aus der Art und Weise, wie Transaktionen auf der Blockchain gespeichert werden. Die Speicherung von Transaktionen oder anderen Informationen erfolgt in Bl\u00f6cken (engl. \u201eBlock\u201c), die miteinander zu einer Kette (engl. \u201eChain\u201c) verbunden werden. Daher der Name Blockchain (bzw. \u201eBlockkette\u201c).<\/p>\n<h5><strong>Allgemeiner Ablauf der Informationsspeicherung <\/strong><\/h5>\n<p>Ganz\u00a0vereinfacht dargestellt l\u00e4uft die Speicherung einer Transaktion oder einer\u00a0Datenaktualisierung wie folgt ab:<\/p>\n<p>Wenn ein\u00a0Update in eine Blockchain eingespeist wird, wird dieses Update automatisch an\u00a0alle oder nur an ausgew\u00e4hlte Nodes \u00fcbermittelt, die das Update in ihren\u00a0aktuellen Block aufnehmen.<br \/>\nGleichzeitig werden diese Nodes aufgefordert, das Update im Rahmen eines\u00a0automatisierten Prozesses \u2013 dem Konsensverfahren \u2013\u00a0 zu genehmigen. Durch die Genehmigung wird der\u00a0Block an die bestehende Blockchain angeh\u00e4ngt, wodurch die Verkettung entsteht.<br \/>\nWie genau ein Konsensverfahren und damit die Verkettung abl\u00e4uft h\u00e4ngt von der jeweiligen Blockchain ab. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlich ausgestalteten Konsensverfahren. Das sogenannte Proof-of-Work-Verfahren (PoW), ist\u00a0 wohl das bekannteste und dasjenige, welches am h\u00e4ufigsten verwendet wird. Auch die beiden gr\u00f6\u00dften Blockchain-Projekte Bitcoin und Ethereum verwenden derzeit noch PoW. Andere Konsensverfahren sind zum Beispiel Proof-of-Stake (PoS), Proof-of-Activity (PoA) oder Proof-of Elapsed-Time (PoET), auf die an dieser Stelle aber nicht n\u00e4her eingegangen werden soll. Nachfolgend werden wir anhand der Bitcoin-Blockchain detailliert erkl\u00e4ren, wie die Erstellung neuer Bl\u00f6cke bzw. die Speicherung von neuen Informationen auf\u00a0 einer PoW-Blockchain funktioniert.<\/p>\n<h5>Detaillierter Ablauf der Informationsspeicherung bei einer Proof-of-Work-Blockchain \u2013 der Bitcoin-Blockchain<\/h5>\n<p>Die Speicherung von Transaktionen\u00a0auf der Bitcoin-Blockchain erfolgt grunds\u00e4tzlich in folgenden sechs Schritten:<\/p>\n<ol>\n<li>Neue Transaktionen werden an alle Nodes\u00a0gesendet<\/li>\n<li>Jeder Node sammelt die Transaktionen in\u00a0einem Block<\/li>\n<li>Jeder Node versucht eine mathematische\u00a0Aufgabe zu l\u00f6sen<\/li>\n<li>Der Node, welche die L\u00f6sung als erstes\u00a0findet, sendet seinen Block an alle anderen Nodes<\/li>\n<li>Die anderen Nodes akzeptieren den neuen\u00a0Block nur, wenn alle darin enthaltenen Transaktionen g\u00fcltig sind<\/li>\n<li>Die Akzeptanz der anderen Nodes wird\u00a0dadurch ausgedr\u00fcckt, dass sie den Hash des akzeptierten Blockes bei der\u00a0Erstellung des n\u00e4chsten Blockes als den vorherigen Hash verwenden<\/li>\n<\/ol>\n<h5>Sammlung von \u00fcbermittelten Daten durch Nodes \u2013 Schritt 1) und 2)<\/h5>\n<p>Die Nodes nehmen die \u00fcbermittelten\u00a0Transaktionen jeweils in einem Block auf. Ein Block in der Bitcoin-Blockchain\u00a0ist wie folgt strukturiert:<\/p>\n<table width=\"453\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"99\"><strong>Feld:<\/strong><\/td>\n<td width=\"354\"><strong>Beschreibung:<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"99\">Fixer Wert<\/td>\n<td width=\"354\">0xD9B4BEF9 (dient der Identifizierung als Bitcoin Block)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"99\">Blockgr\u00f6\u00dfe<\/td>\n<td width=\"354\">Zahl der Bytes bis zum Ende des Blocks<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"99\">Block-Header<\/td>\n<td width=\"354\"><u>Besteht aus sechs Teilen:<\/u><br \/>\n\u2013 Version<br \/>\n\u2013 Block-Hash des vorherigen Blocks<br \/>\n\u2013 Merkle Root<br \/>\n\u2013 Zeitstempel<br \/>\n\u2013 Schwierigkeitsgrad<br \/>\n\u2013 Nonce<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"99\">Transaktionsz\u00e4hler<\/td>\n<td width=\"354\">Anzahl der Transaktionen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"99\">Transaktionen<\/td>\n<td width=\"354\">Liste der Transaktionen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em>Abbildung 1: Blockstruktur eines Bitcoin\u00a0Blockes<\/em><\/p>\n<p>Im Folgenden konzentrieren wir\u00a0uns nur auf den Block-Header, da dieser entscheidend f\u00fcr das Hinzuf\u00fcgen neuer\u00a0Bl\u00f6cke zur Blockchain ist.<\/p>\n<p>Um den Block-Header zu erstellen, tr\u00e4gt ein Node die aktuelle Versionsnummer der Blockchain in das Feld \u201eVersion\u201c ein, nimmt\u00a0den Block-Hash des vorangegangenen Blocks<a href=\"https:\/\/recode.law\/en\/page\/4\/#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">\u00a0<\/a>und den Zeitpunkt der Blockerstellung (timestamp) auf. Dar\u00fcber hinaus erzeugt der Node einen Merkle Root. Ein Merkle Root ist eine doppelte Verschl\u00fcsselung der von der Node in dem Block gesammelten Transaktionen. Ein Merkle Root entsteht wie folgt:\u00a0Bereits bei der Aufnahme der\u00a0Transaktionen in den Block erfolgt die erste kryptografische Verschl\u00fcsselung\u00a0der eingespeisten Transaktionen mithilfe des Hashing-Algorithmus SHA256. Nachdem der Node alle Transaktionen\u00a0gesammelt und verschl\u00fcsselt hat, werden die einzelnen f\u00fcr jede Transaktion\u00a0erzeugten Hashes noch einmal zu einem einzigen Hash verschl\u00fcsselt. Dieser Hash\u00a0wird als Merkle Root (dt. Hash Baum) bezeichnet.<a href=\"https:\/\/recode.law\/en\/page\/4\/#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><\/a> Ein Hash ist eine Buchstaben-Zahlen-Kombination mit einer bestimmten L\u00e4nge. Nur eine kleine \u00c4nderung der Originalinformation f\u00fchrt zu einem komplett anderen Hash. Die Verschl\u00fcsselung mit einem Hash gilt deshalb als sicher, da der Hash keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Originalinformation zul\u00e4sst und die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Informationen in denselben Hash verschl\u00fcsselt werden, h\u00f6chst unwahrscheinlich ist.\u00a0Nachfolgend ein kurzes\u00a0Beispiel zur Verdeutlichung:<\/p>\n<p>\u201erecode.law\u201cwird durch den Hash-Algorithmus in folgenden Hash transformiert: <em>a4439fa70333835d3b06ede5ea9b6cce8320d4d8f7e47aee327b3f3da116a8bf<\/em><\/p>\n<p>Ersetzt man nur die Gro\u00dfbuchstaben durch Kleinbuchstaben entsteht ein g\u00e4nzlich neuer Hash. Die ver\u00e4nderte Information \u201erecode.law\u201c wird zu dem Hash:<\/p>\n<p><em>e4524cdf6369cdaf00af3a3d63b48b6b17611982e45a06da8c0593ebded5685c<\/em><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt ein jeder\u00a0Block einen Schwierigkeitsgrad und eine Nonce (number that is only used once).<\/p>\n<p>Beide Punkte stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem mathematischen Problem,\u00a0welches zur Erstellung eines neuen Blockes gel\u00f6st werden muss.<\/p>\n<h5>L\u00f6sung des mathematischen R\u00e4tsels zur Blockerstellung \u2013 Schritt 3)<\/h5>\n<p>Ein Block wird durch die L\u00f6sung eines mathematischen R\u00e4tsels durch einen Node erstellt. Deshalb versucht jeder Node, das mathematische R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. Die mathematische Aufgabe besteht darin, eine Nonce zu finden, so dass der Block-Header durch den Hash-Algorithmus in einen Hash transformiert wird, der einen kleineren Wert ergibt, als der festgelegte Schwierigkeitsgrad des Blocks (siehe hierzu Abbildung 2). Der Schwierigkeitsgrad ist nichts anderes als ein Wert, ausgedr\u00fcckt durch eine bestimmte Anzahl von Nullen, die den Beginn des Block-Hashes darstellen m\u00fcssen. Ein sehr einfacher Schwierigkeitsgrad w\u00e4re beispielsweise 1000. Jeder Block-Hash, der mit einer 0 beginnt, w\u00e4re kleiner als der Schwierigkeitsgrad 1000 und w\u00fcrde das mathematische Problem l\u00f6sen (0&lt;1). W\u00fcrde der Schwierigkeitsgrad hingegen 0100 betragen, m\u00fcsste ein Hash mit 00 beginnen, um kleiner zu sein (00&lt;01). Der Schwierigkeitsgrad legt also fest, wie viele Nullen am Anfang eines Block-Hashes stehen m\u00fcssen. Je mehr Nullen am Anfang des Block-Hashes stehen m\u00fcssen, desto aufwendiger ist die Berechnung.<\/p>\n<p>Zur Verdeutlichung folgendes\u00a0Beispiel:<\/p>\n<p>Nehmen wir an, dass der aktuelle\u00a0Block-Header mit dem Schwierigkeitsgrad 1000 und der Nonce 0 folgenden Hash\u00a0ergibt: 449a54e9125da81ab8101c0798cd7db4d744d3df5ed8a99e. Um das mathematische\u00a0Problem zu l\u00f6sen, m\u00fcsste der Hash mit einer 0 beginnen (0&lt;1). Da der Hash\u00a0hier mit 4 beginnt, ist dies offensichtlich nicht der Fall. Das mathematische\u00a0Problem wurde mit der Generierung dieses Hashes unter Verwendung der Nonce 0\u00a0nicht gel\u00f6st. Ein Node erh\u00f6ht die Nonce im Block-Header so lange um den Wert\u00a0Eins, bis der dadurch generierte Hash mit einer 0 beginnt. Der oben genannte\u00a0Block-Header unter Verwendung der Nonce 1 ergibt folgenden Hash:\u00a0b7d9e2994e1f317cc724dcf7dc7f16907cd5b1c32f6ae77131. Das mathematische Problem\u00a0wurde folglich noch immer nicht gel\u00f6st. Erst bei Verwendung der Nonce 372524923\u00a0entsteht in unserem Besipiel der Hash\u00a00d320c84bac827b7d54ec6536bbde792a3d477b11a89ef39, der das mathematische Problem\u00a0l\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p>\n<h5>\u00dcbermittlung des verschl\u00fcsselten Blocks, Genehmigung und Aktualisierung bei den \u00fcbrigen Netzwerkteilnehmern \u2013 Schritt 4) bis 6)<\/h5>\n<p>Derjenige, der diese L\u00f6sung als Erster findet, sendet seinen Block an alle anderen Nodes. Diese \u00fcberpr\u00fcfen den Block und verwenden bei Akzeptanz den generierten Block-Hash bei der Erstellung des n\u00e4chsten Blocks. Das bedeutet, sie speichern die um den neuen Block erweiterte Blockchain auf ihrem Server und nehmen den gerade generierten Block-Hash in den Block-Header des n\u00e4chsten Blocks auf.<\/p>\n<h4>Schlussfolgerung der Unver\u00e4nderbarkeit<\/h4>\n<p>Es wird vielfach angenommen, dass die Unver\u00e4nderbarkeit bereits aus der Verkettung der Bl\u00f6cke resultiert. Dies ist allerdings nur bedingt richtig. Richtig ist, dass jeder neue Block die verschl\u00fcsselten und best\u00e4tigten Informationen des vorherigen Blocks enth\u00e4lt. Jeder nachfolgende Block best\u00e4tigt somit die Informationen des vorangegangenen Blocks und damit die gesamte Blockchain. Daraus folgt aber noch nicht unmittelbar die Unver\u00e4nderbarkeit. An sich ist es n\u00e4mlich sehr wohl m\u00f6glich, eine Information in einer bereits verketteten Blockchain zu \u00e4ndern. Dies ist aber wegen der daf\u00fcr notwendigen Rechenleistung (=Energie) vollkommen unwirtschaftlich. Wie lange die Erstellung eines neuen Blocks dauert, h\u00e4ngt vom vorgegebenen Schwierigkeitsgrad ab, da dieser bestimmt wie viel Rechenleistung n\u00f6tig ist, um das mathematische R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. Der Schwierigkeitsgrad wird bei der Bitcoin-Blockchain alle 2016 Bl\u00f6cke so angepasst, dass es ungef\u00e4hr zehn Minuten dauert einen neuen Block herzustellen (=das R\u00e4tsel zu l\u00f6sen). Steigt die Rechenleistung im Netzwerk, wird der Schwierigkeitsgrad erh\u00f6ht. Sinkt die Rechenleistung, wird er reduziert. Je nachdem wie hoch der Schwierigkeitsgrad angesetzt ist, m\u00fcssen Billionen von Noncen durchprobiert werden, bis eine g\u00fcltige L\u00f6sung gefunden wird. Dies f\u00fchrt zu einem enormen Energiebedarf. Um auf der Blockchain gespeicherte Informationen nachtr\u00e4glich zu \u00e4ndern, m\u00fcsste man die zur urspr\u00fcnglichen Herstellung der Bl\u00f6cke aufgebrachte Energie erneut aufwenden. M\u00f6chte man bspw. eine Information in Block 80 \u00e4ndern w\u00e4hrend aktuell Block 200 generiert wird, so m\u00fcsste man nicht nur Block 80 \u00e4ndern, sondern auch alle nachfolgenden Bl\u00f6cke. Die hierzu ben\u00f6tigte Energie ist ab einer gewissen L\u00e4nge der Blockchain so teuer, dass eine einzelne nachtr\u00e4gliche Ver\u00e4nderung wirtschaftlich in der Regel keinen Sinn macht. Eine Ausnahme stellt die sog. 51%-Attacke dar, die das gesamte Bitcoin-Netzwerk kompromittieren w\u00fcrde, an dieser Stelle aber nicht n\u00e4her erl\u00e4utert werden soll. Bei der Bitcoin-Blockchain gilt eine Transaktion nach einer Stunde als sicher bzw. unver\u00e4nderbar, da es ungef\u00e4hr 10 min dauert einen neuen Block zu erstellen und somit nach einer Stunde bereits sechs neue Bl\u00f6cke die Transaktion best\u00e4tigen.<\/p>\n<h4>Privatsph\u00e4re und Transparenz<\/h4>\n<p>Die Charakteristika der Transparenz bei gleichzeitig gew\u00e4hrleisteter Privatsph\u00e4re sind uneingeschr\u00e4nkt nur bei einer \u00f6ffentlichen Blockchain vorhanden. Daher werden wir die Charakteristika zun\u00e4chst anhand einer \u00f6ffentlichen Blockchain erl\u00e4utern. Seit dem Launch der ersten \u00f6ffentlichen Blockchain \u2013 der Bitcoin-Blockchain \u2013 wurden viele weitere Blockchain-Konzepte erarbeitet. So etwa private und Konsortium-Blockchains sowie viele andere. Um die Komplexit\u00e4t des Themas nicht unn\u00f6tig an dieser Stelle zu erh\u00f6hen, werden wir im Anschluss an die Ausf\u00fchrungen zur \u00f6ffentlichen Blockchain lediglich die Unterschiede zu einer privaten Blockchain aufzeigen und weitere Blockchain-Modelle au\u00dfen vor lassen.<\/p>\n<p>Ein \u00f6ffentliches Blockchain-Netzwerk ist vollst\u00e4ndig offen. Das bedeutet, dass sich prinzipiell jede Person mit einem Computer an ein bestehendes Blockchain-Netzwerk anschlie\u00dfen und daran teilnehmen kann. Den Teilnehmern der Blockchain sind im Grundsatz die gleichen Rechte zugewiesen. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer den Inhalt der Blockchain einsehen, Informationsver\u00e4nderungen ausf\u00fchren und sich an der Sicherung der Informationen durch Teilnahme am Konsensverfahren beteiligen kann. Daher kann jeder Teilnehmer s\u00e4mtliche Transaktionen, Datenver\u00e4nderungen, Identit\u00e4ten oder Rechte von anderen Teilnehmern \u00fcberpr\u00fcfen. Eine \u00f6ffentliche Blockchain ist folglich f\u00fcr alle Netzwerkteilnehmer komplett transparent.<\/p>\n<p>Trotz der Transparenz wird die Privatsph\u00e4re der Teilnehmer durch den Einsatz von Kryptographie gew\u00e4hrleistet. Die Zuordnung der auf der Blockchain gespeicherten Informationen zu Netzwerkteilnehmern erfolgt \u00fcber einen individuellen, kryptographischen \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel (\u201epublic key\u201c), der wie eine Art Kontonummer fungiert. Einsehbar sind daher alle Transaktionen, die dem jeweiligen Schl\u00fcssel auf der Blockchain zugeordnet wurden. R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Identit\u00e4t, der sich hinter dem Schl\u00fcssel befindlichen Person, sind dadurch aber nicht oder nur bedingt m\u00f6glich. Aus der \u00dcberpr\u00fcfbarkeit und \u00d6ffentlichkeit des public key einer Person folgt \u00fcberdies wegen einer asymmetrischen Verschl\u00fcsselungstechnologie kein Sicherheitsrisiko f\u00fcr den einzelnen Teilnehmer. Um Aktionen auf der Blockchain auszuf\u00fchren \u2013 etwa die Transaktion einer Werteinheit oder die Ver\u00e4nderung eines Datenbestandes \u2013 ben\u00f6tigt der Teilnehmer seinen privaten kryptographischen Schl\u00fcssel (\u201eprivate key\u201c), der den Zugang zu den Daten gew\u00e4hrt. Den privaten Schl\u00fcssel kann man sich also wie die PIN oder das Passwort zum sich hinter dem \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel befindlichen Konto vorstellen.<\/p>\n<p>Anders als bei der \u00f6ffentlichen Blockchain, bei der eine Vielzahl von Netzwerkteilnehmern f\u00fcr die Instandhaltung der Blockchain verantwortlich ist und jeder dem Netzwerk beitreten kann, gibt es bei einer privaten Blockchain oft nur einige wenige Verantwortliche, die dar\u00fcber bestimmen, wer dem Netzwerk beitreten darf, wer welche Aktionen ausf\u00fchren darf und wer welche Zugriffsrechte erh\u00e4lt. Das bedeutet, dass den Netzwerkteilnehmern unterschiedliche Rechte zugewiesen werden. Wem welche Rechte zugewiesen werden, h\u00e4ngt von der Ausgestaltung durch die zentrale Instanz oder der begrenzten Anzahl an Teilnehmern im Einzelfall ab. Damit h\u00e4ngt es zwar von der individuellen Ausgestaltung ab, aber grunds\u00e4tzlich ist das Ausma\u00df an Transparenz geringer als bei einer \u00f6ffentlichen Blockchain. Deshalb eignen sich private Blockchains besonders f\u00fcr die Implementierung in Unternehmen.<\/p>\n<h4>Fazit und Ausblick<\/h4>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Zusammenfassend l\u00e4sst sich eine\u00a0Blockchain in Anschluss an <em>Hosp <\/em>so definieren:<\/p>\n<p><em>\u201eEine Blockchain ist eine\u00a0dezentrale und meist \u00f6ffentliche Datenbank, in der Vorg\u00e4nge durch\u00a0kryptografische Hashes als Merkle Tree (Hash-Baum) \u00fcber viele Computer hinweg\u00a0aufgezeichnet werden, sodass die Datens\u00e4tze nicht r\u00fcckwirkend ge\u00e4ndert werden\u00a0k\u00f6nnen, ohne nicht dieselbe Energie noch einmal hineinzustecken, welche f\u00fcr das\u00a0Kreieren der Hashes ben\u00f6tigt worden war.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In diesem Artikel haben wir die\u00a0Funktionsweise der Blockchain-Technologie anhand der Bitcoin-Blockchain als\u00a0Ursprungs-Blockchain erl\u00e4utert. Wie bereits angeklungen, wurden seit der\u00a0Einf\u00fchrung der Bitcoin-Blockchain eine Vielzahl weiterer Blockchain-Projekte\u00a0umgesetzt. Dabei haben sich die Entwickler vielfach an der Funktionsweise der\u00a0Bitcoin-Blockchain orientiert. Dennoch unterscheiden sie sich insbesondere in\u00a0Hinblick auf die verwendeten Konsensverfahren. Ein Blockchain-Projekt, welches<br \/>\nvor allem f\u00fcr Legal Tech von gro\u00dfer Bedeutung ist, ist die Ethereum-Blockchain\u00a0und die auf ihr ausf\u00fchrbaren Smart Contracts. In folgenden Artikeln werden wir\u00a0die Funktionsweise von Smart Contracts erl\u00e4utern und Unterschiede zwischen den\u00a0beiden Konsensverfahren PoW und PoS sowie die weitreichenden\u00a0Einsatzm\u00f6glichkeiten der Blockchain-Technologie n\u00e4her beleuchten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben Artificial Intelligence und Internet of Things ist die Blockchain-Technologie eines der am meisten diskutierten Technologiethemen der heutigen Zeit. Das Blockchain-Protokoll wurde urspr\u00fcnglich von dem Pseudonym Satoshi Nakamoto im Jahr 2009 entwickelt. 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