{"id":3299,"date":"2021-12-22T16:01:26","date_gmt":"2021-12-22T15:01:26","guid":{"rendered":"https:\/\/recode.law\/?p=3299"},"modified":"2021-12-22T22:07:55","modified_gmt":"2021-12-22T21:07:55","slug":"legal-tech-in-der-justiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/recode.law\/en\/legal-tech-in-der-justiz\/","title":{"rendered":"Die Arbeitskraft der Justiz und der drohende Richtermangel:  Legal Tech als L\u00f6sung?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: center;\">AutorInnen:\u00a0<i style=\"font-size: 16px;\">Nina Erbach, <\/i>Dr. <i style=\"font-size: 16px;\">Nils Feuerhelm, Niklas Raabe, Elisabeth Treuenfels<\/i><\/h5>\n<p>PDF- Version: <a href=\"https:\/\/recode.law\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Team_08_Blogbeitrag.docx.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier abrufen<\/a>.<\/p>\n<p>Dieser Blogbeitrag untersucht, welche Faktoren die Arbeitskraft der Justiz beeinflussen. Konkret nimmt er dazu zwei Stellschrauben in den Blick: Ausgangspunkt ist die personelle Besetzung in Form der blo\u00dfen Anzahl t\u00e4tiger Richter:innen, die jedenfalls f\u00fcr die Zukunft Sorge bereitet (I.). Deshalb fragt der Beitrag in der Folge, ob Legal Tech auch in der Justiz geeignet ist, die einzelnen Arbeitskr\u00e4fte zu unterst\u00fctzen und effizienter zu machen (II.). Insbesondere stellt er verschiedene Legal Tech-Anwendungen vor, die entweder bereits bestehen oder zumindest denkbar sind. Der Beitrag ist ein Ergebnis der <em>Student Driven University<\/em> im Sommersemester 2021 von <em>recode.law.<\/em><\/p>\n<h3>I. Anzahl der Arbeitskr\u00e4fte in der Justiz: Drohender Richtermangel<\/h3>\n<p>\u201cVerfahren vor Strafgerichten dauern so lange wie nie\u201d<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> \u2013 so berichtet es die Presse j\u00fcngst unter Berufung auf den Deutschen Richterbund. Erstinstanzliche Strafverfahren dauerten im Durchschnitt 8,1 Monate \u2013 ein neuer H\u00f6chstwert.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Aber nicht nur die Strafgerichte, sondern die gesamte Justiz arbeitet am Limit. Dass dies nicht nur verfassungsrechtlich mit Blick auf den Justizgew\u00e4hrungsanspruch problematisch ist, sondern auch die Funktionsf\u00e4higkeit unseres Rechtssystems gef\u00e4hrdet, liegt auf der Hand. Was also will der deutsche Staat dagegen tun? Der Koalitionsvertrag 2017 sieht unter dem Motto \u201cPakt f\u00fcr den Rechtsstaat\u201d vor, im Zeitraum vom 1.1.2017 bis zum 21.12.2021 insgesamt 2.000 neue Stellen f\u00fcr Richter:innen und Staatsanw\u00e4lt:innen zu schaffen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Zum Vergleich: 2018 waren in der Justiz 21.339 Richter:innen t\u00e4tig.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Doch reicht das wirklich, um dem Richtermangel und der Arbeitsbelastung vorzubeugen? Angesichts der Pensionierungswelle, bei der 41 Prozent der Richter:innen und Staatsanw\u00e4l:tinnen bis 2030 in den Ruhestand gehen, ist dies h\u00f6chst zweifelhaft.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Das System Pebb\u00a7y berechnet zudem anhand von Standardbearbeitungszeiten den Personalbedarf in der Justiz und hat trotz der neuen Stellen Personall\u00fccken aufgezeigt.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Wie l\u00e4sst sich also die Funktionsf\u00e4higkeit der Justiz trotz Richtermangel in Zukunft gew\u00e4hrleisten? Einerseits k\u00f6nnten \u00fcber den \u201cPakt f\u00fcr den Rechtsstaat\u201d hinaus noch mehr neue Stellen geschaffen werden. Allerdings muss sich die Justiz neue Volljurist:innen \u2013 im Jahr 2018 etwa 7.829 und davon 1.753 mit Pr\u00e4dikat<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> \u2013 mit Kanzleien, Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft teilen. Zudem ist die Zahl der Absolvent:innen mit zweitem Staatsexamen r\u00fcckl\u00e4ufig.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Diese \u2013 insbesondere qualitativ guten \u2013 Nachwuchskr\u00e4fte zu gewinnen, gestaltet sich f\u00fcr die Justiz durchaus nicht leicht, beachtet man die bessere Bezahlung und den meist effizienteren Arbeitsalltag in Kanzleien.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Daher wollen wir im Folgenden eine weitere M\u00f6glichkeit untersuchen, die Justiz zu unterst\u00fctzen: Legal Tech-Anwendungen.<\/p>\n<h3>II. St\u00e4rkung der einzelnen Arbeitskraft: Vorteile durch Legal Tech-Anwendungen?<\/h3>\n<h4>1. Grundbegriffe und Definitionen<\/h4>\n<p><strong>a) Legal Tech<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff Legal Tech setzt sich aus \u201elegal services\u201c und \u201etechnology\u201c zusammen.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Eine feste Definition von \u201eLegal Tech\u201c, welche imstande w\u00e4re, den Begriff komprimiert zu konkretisieren und damit greifbarer zu machen, gibt es bislang nicht.<\/p>\n<p>Dies mag daran liegen, dass Legal Tech als eine Art Oberbegriff verwendet wird und somit viele verschiedene Bereiche umfasst, die sich schwer in nur eine Definition einordnen lassen. Des Weiteren handelt es sich bei Legal Tech um einen von Innovationen gepr\u00e4gten, sich stetig fortentwickelnden Begriff, der auch daher einer Definition nur schwer zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p>Verallgemeinernd l\u00e4sst sich sagen, dass es sich bei Legal Tech um Informationstechnik handelt, welche auf die Digitalisierung der juristischen Arbeit Anwendung finden soll.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Dabei k\u00f6nnen jedoch nicht nur hochkomplexe IT- Technologien, sondern auch schon \u201eeinfache\u201c Anwendungen wie Microsoft Excel gemeint sein.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Legal Tech-Anwendungen stellen somit Software oder Tools jeglicher Art dar, die die juristische Arbeit erleichtern und einzelne Arbeitsprozesse automatisieren sollen. Die Zielsetzung besteht darin, zum einen die Effizienz der juristischen Arbeit zu steigern und zum anderen Arbeitsaufwand wie auch Kosten zu reduzieren.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>b) \u2026in der Justiz<\/strong><\/p>\n<p>Bisher lassen sich Legal Tech-Anwendungen vorwiegend in der Anwaltschaft finden. Dieser Schwerpunkt mag zum einen daraus resultieren, dass die Anwaltschaft sich dem Thema sehr viel fr\u00fcher angenommen hat als die Justiz, jedoch l\u00e4sst sich dieser Vorsprung auch anhand von Sachgr\u00fcnden erkl\u00e4ren.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>So steht die Anwaltschaft im Gegensatz zur Justiz im st\u00e4ndigen Wettbewerb, sodass sich m\u00f6gliche Innovationen unmittelbar auf den eigenen Vorteil gegen\u00fcber der Konkurrenz auswirken. Auch sind Rechtsanw\u00e4lt:innen f\u00fcr die Organisation des Unternehmens selbst verantwortlich, wodurch sie flexibler und schneller ihre Organisationsstruktur und Arbeitsprozesse anpassen k\u00f6nnen als das in Justiz und Verwaltung m\u00f6glich ist.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dennoch sind Legal Tech-Anwendungen auch in der Justiz durchaus denkbar; hier befindet sich der Prozess zwar noch in den Anfangsz\u00fcgen, vereinzelt werden jedoch bereits unterst\u00fctzende Programme eingesetzt.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Eine starre Definition des Begriffs \u201eLegal Tech\u201c ist auch innerhalb der Justiz nicht m\u00f6glich. Im Vergleich zur Anwaltschaft l\u00e4sst sich jedoch festhalten, dass der Begriff innerhalb der Justiz enger zu definieren ist, da aufgrund der genannten Sachgr\u00fcnde andere Rahmenbedingungen zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>\n<h4>2. Vorteile und Herausforderungen<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup><strong>[17]<\/strong><\/sup><\/a><\/h4>\n<p>Legt man die vorstehende Eingrenzung zugrunde, l\u00e4sst sich auf mehreren Ebenen und Bereichen Potenzial f\u00fcr Effizienzsteigerung mit Hilfe von Legal Tech erkennen. Hierf\u00fcr bietet es sich zun\u00e4chst an, einen Blick auf die juristische und gerichtliche Arbeitsweise zu werfen. Im Kern besteht diese aus der Subsumtion eines meist noch festzustellenden Sachverhalts unter Rechtsnormen, wonach bei Vorliegen eines oder mehrerer Tatbestandsmerkmale eine gesetzlich angeordnete Rechtsfolge eintritt. Entgegen einer der Programmiersprache \u00e4hnlichen \u201etrue or false\u201c-Logik, greifen hierbei Systematik, Wertungen, politische Entscheidungen oder Meinungen mit ein.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Die Kernt\u00e4tigkeit der Richter:innen wird daher auch in naher Zukunft gr\u00f6\u00dftenteils als menschliche T\u00e4tigkeit erhalten bleiben und allenfalls durch den Einsatz von Legal Tech unterst\u00fctzt. Zu denken ist hierbei z.\u00a0B.\u00a0an die Befreiung von repetitiven Aufgaben und unhandlichen Workflows. So kann bereits auf Ebene der Sachverhaltserfassung die strukturierte Erfassung von Daten zu einer Effizienzsteigerung und Unterst\u00fctzung der richterlichen Arbeit f\u00fchren.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Durch das Erfassen von Standardinformationen zu strukturell gleichen Normvoraussetzungen k\u00f6nnen Informationen schneller verarbeitet werden. Auch das Strukturieren von komplexeren Sachverhalten anhand von Musterh\u00e4ufigkeiten lie\u00dfe eine Vorabeinordnung zu und kann zu Synergieeffekten und der Vermeidung doppelter Einarbeitung f\u00fchren.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Auch die infolge digitaler Erfassung von Dokumenten auf Sachverhaltsebene einfach wirkende M\u00f6glichkeit der semantischen Suchfunktion innerhalb der Akte sowie juristischer Entscheidungsdatenbanken erleichtert die juristische Arbeit und f\u00fchrt in der Folge auch zu argumentativ breiter aufgestellten Entscheidungen.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Auf Ebene der Subsumtion begrenzen Komplexit\u00e4t und bestimmte Wertungen den technischen Einsatz, wobei auch hierbei in Zukunft an den Einsatz k\u00fcnstlicher Intelligenz zu denken sein wird.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Aber auch Probleme und Gefahren des Einsatzes von Legal Tech in der Justiz d\u00fcrfen nicht au\u00dfer Acht gelassen werden.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Wie das Beispiel des Berliner Kammergerichts<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> zeigt, birgt insbesondere die Verlagerung der zurzeit meist von analog vorliegenden Gerichtsakten ins digitale f\u00fcr Gerichte bisher nicht bekannte Risiken. Auch Kosten<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> und ein erh\u00f6hter Schulungsbedarf f\u00fcr Richter:innen und Verwaltungsbeamt:innen k\u00f6nnen sich als nachteilig f\u00fcr den Einsatz von Legal Tech herausstellen.<\/p>\n<h4>3. Einzelne Legal Tech-Anwendungen<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><sup><strong>[26]<\/strong><\/sup><\/a><\/h4>\n<p>In welcher konkreten Form kommen so verstandene Legal Tech-Anwendungen in der Justiz also vor oder sind zumindest denkbar? Zu unterscheiden sind Anwendungen, die in der Praxis bereits eingesetzt werden (a) sowie Vorschl\u00e4ge und Ideen f\u00fcr die Zukunft, die aktuell diskutiert werden (b)). Die folgende Darstellung dient dabei der \u00dcbersicht und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p><strong>a) Bestehende Anwendungen<\/strong><\/p>\n<p>Zu bestehenden Anwendungen z\u00e4hlen zun\u00e4chst IT-Produkte, die teilweise schon lange eingesetzt werden und sich auch unter den Begriff Legal Tech fassen lassen. Ihr Ziel besteht im Wesentlichen darin, den gerichtlichen Arbeitsplatz sowohl f\u00fcr die Arbeitskr\u00e4fte selbst als auch in der Kommunikation nach au\u00dfen zu unterst\u00fctzen, indem bestimmte Vorg\u00e4nge vereinfacht werden. Dazu z\u00e4hlen Datenbanken und Rechercheprogramme (z. B. <em>Beck-Online<\/em> oder <em>Juris<\/em>).<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Au\u00dferdem gibt es zahlreiche Programme zur Datenverarbeitung, um typische, strukturierte Gesch\u00e4ftsprozesse zu automatisieren (\u201eRobotic Process Automation\u201c). <em>ForumSTAR<\/em>, <em>MESTA<\/em> und <em>SoluSTAR<\/em> vereinfachen den Datentransfer.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> <em>XMeld<\/em> ist ein standardisiertes digitales Datenaustauschformat f\u00fcr Gesch\u00e4ftsvorf\u00e4lle des Meldewesens.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Das Videokonferenzsystem <em>ARCONTE<\/em> erm\u00f6glicht die Aufzeichnung, Verwaltung, Speicherung und Verteilung audiovisueller Aufzeichnungen aus Gerichtsverhandlungen, Anh\u00f6rungen und rechtlichen Pr\u00fcfungen.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Neben diesen institutionellen Anwendungen gibt es auch individuelle Vorst\u00f6\u00dfe der Richter:innen. Zu nennen sind in erster Linie Kosten- und Fristberechnungsprogramme,<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> vor allem im Familienrecht, das sich daf\u00fcr besonders eignet.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Neu und innovativ erscheint vor allem \u201eRichter-Tools\u201c als iOS-App zur Fristberechnung, die gerade entwickelt wird.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu diesen Legal Tech-Anwendungen aus der Praxis schl\u00e4gt sich nach und nach auch im Verfahrensrecht der Gedanke nieder, digitale Strukturen schaffen zu wollen. Das betrifft zum einen den elektronischen Rechtsverkehr (ERV),<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> der f\u00fcr digitale Kommunikationswege und eine digitale Aktenf\u00fchrung sorgen will. Beispielhaft f\u00fcr die ZPO: Nach \u00a7\u00a0130a Abs. 1 ZPO k\u00f6nnen Schrifts\u00e4tze als elektronisches Dokument \u00fcbermittelt werden. \u00a7\u00a0130d S. 1 ZPO schreibt dies f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte und Beh\u00f6rden ab dem 01.01.2022 verpflichtend vor. Schon jetzt erlaubt \u00a7 130c ZPO, elektronische Formulare einzuf\u00fchren. Ab dem 01.01.2026 werden auch die Gerichtsakten elektronisch gef\u00fchrt (E-Akte), \u00a7\u00a0298a Abs.\u00a01a ZPO. Vor allem aber kennt das Zivilprozessrecht mit dem Mahnverfahren (\u00a7\u00a7 688 ff. ZPO) bereits ein automatisiertes Verfahren zur Rechtsdurchsetzung.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Zu nennen sind auch elektronische Registerf\u00fchrungen, z.B. des Grundbuchs (\u00a7\u00a7 126 ff. GBO) oder des Handelsregisters (\u00a7\u00a08 HGB).<\/p>\n<p><strong>b) Vorschl\u00e4ge und Ideen<\/strong><\/p>\n<p>Gerade der Zivilprozess wird im Hinblick auf m\u00f6gliche Reformen aktuell stark diskutiert. Nahezu alle Vorschl\u00e4ge sind dabei mit der Idee verbunden, den Zivilprozess und das Zivilprozessrecht digitaler zu gestalten. Entsprechend gibt es zahlreiche Ideen f\u00fcr m\u00f6gliche Legal Tech-Anwendungen. Exemplarisch genannt seien der Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe Legal Tech (2019)<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> sowie das besonders fortschrittliche Diskussionspapier der Arbeitsgruppe \u201eModernisierung des Zivilprozesses\u201c (2020)<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Vorgeschlagen werden ein einheitlicher, elektronischer B\u00fcrgerzugang in Form eines Justizportals, der Ausbau des Mahnverfahrens zu einem echten Online-Mahnverfahren, virtuelle Rechtsantragsstellen, Verbesserungen des elektronischen Rechtsverkehrs, vermehrter Einsatz von Videoverhandlungen, elektronische Beweismittel, automatisierte Kostenfestsetzungsverfahren, elektronische Anmeldungen zu Musterfeststellungsklagen sowie die digitale Ver\u00f6ffentlichung von Gerichtsentscheidungen.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass sich viele Vorschl\u00e4ge auf den Bereich geringer Streitwerte beziehen, der von besonders h\u00e4ufigen und typischen Klagesituationen gepr\u00e4gt ist. Prominentes Beispiel ist das beschleunigte Online-Verfahren, also eines einfachen, kosteng\u00fcnstigen, schnellen und rein digitalen Verfahrens, um einen Anreiz zu schaffen, auch im Bereich geringer Streitwerte den Weg staatlicher Rechtsdurchsetzung zu beschreiten.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> Dieser Vorschlag wurde bereits vom <em>Bundesministerium f\u00fcr Justiz und Verbraucherschutz<\/em> aufgegriffen, das gemeinsam mit der Initiative Tech4Germany ein entsprechendes Klageinstrument entwickeln und ausprobieren m\u00f6chte.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>H\u00e4ufig genannt werden au\u00dferdem Instrumente zur Sachverhaltserfassung, insbesondere zur Strukturierung des Parteivortrags.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Die ZPO macht f\u00fcr den formalen und inhaltlichen Aufbau parteiseitiger Schrifts\u00e4tze kaum bindende Vorgaben (siehe nur \u00a7\u00a7 130, 253 II, III ZPO). Dem Gericht ist es zwar m\u00f6glich, im Rahmen seiner Prozessleitung im individuellen Verfahren bestimmte Vorgaben zu machen (\u00a7\u00a0139 Abs. 1 S. 3 ZPO), gleichwohl werden diese selten genutzt<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> und der Parteivortrag bleibt in der Praxis h\u00e4ufig \u00e4u\u00dferst un\u00fcbersichtlich.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Hier setzt die Idee an, den Parteivortrag bindend zu strukturieren: Sie \u00fcberlegt, den Vortrag inhaltlichen und\/oder formalen Aufbauregeln zu unterwerfen, um das Verfahren effizienter zu gestalten. Entsprechende L\u00f6sungsans\u00e4tze sind vielf\u00e4ltig: Diskutiert wird unter anderem \u00fcber elektronische Strukturformulare,<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Chatbots<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> oder gemeinsame Verfahrensdokumente<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Der Vorschlag eines europ\u00e4ischen Online-Bagatellverfahrens kombiniert schlie\u00dflich die Idee eines beschleunigten Online-Verfahrens einerseits mit der Idee des strukturierten Parteivortrags andererseits: Durch Formulare soll bei typischen, h\u00e4ufigen und geringwertigen Anspr\u00fcchen der Sachverhalt abgefragt und strukturiert dargestellt werden.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a><\/p>\n<h3>III. Fazit und Ausblick<\/h3>\n<p>Festzuhalten bleibt, dass Legal Tech-Anwendungen in der Justiz zwar auf andere Rahmenbedingungen treffen als in der Anwaltschaft. Dennoch bietet Legal Tech auch hier erstaunliches Potenzial, um die Arbeitskraft der Justiz zu st\u00e4rken und den (drohenden) Richtermangel zumindest teilweise abfedern zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr muss die Justiz nicht unmittelbar den Sprung zu K\u00fcnstlicher Intelligenz<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> oder Legal Robots<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>\u00a0 wagen. W\u00fcnschenswert w\u00e4ren jedoch praxistaugliche, nicht nur punktuelle Anwendungen, die einschl\u00e4gige Entscheidungen zumindest ermitteln, analysieren oder vorschlagen k\u00f6nnen, an denen es bislang fehlt<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>. Das sollte f\u00fcr den Gesetzgeber und die Justiz Anreiz genug sein, geeignete Projekte anzugehen und entsprechende Investitionen zu t\u00e4tigen. Das Thema \u201cLegal Tech in der Justiz\u201d bleibt deshalb spannend &#8211; auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschungsperspektiven.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2021-09\/gericht-prozess-verfahren-immer-laenger?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Verfahren vor Strafgerichten dauern so lange wie nie (ZEIT ONLINE, dpa, AFP<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2021-09\/gericht-prozess-verfahren-immer-laenger?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Verfahren vor Strafgerichten dauern so lange wie nie (ZEIT ONLINE, dpa, AFP<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Artikel\/DE\/2019\/020119_Rechtstaat.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">BMJV | Artikel | Pakt f\u00fcr den Rechtsstaat<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Richterstatistik 2018 des Bundesamtes f\u00fcr Justiz, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/Themen\/Buergerdienste\/Justizstatistik\/Personal\/Personal_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/Themen\/Buergerdienste\/Justizstatistik\/Personal\/Personal_node.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Wie Videoprotokolle und Softwareroboter der Justiz das Leben leichter machen (datacenter-insider.de)<\/a>;\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/justiz\/j\/personalmangel-justiz-ueberlastet-pakt-fuer-den-rechtsstaat-warum-fehlen-immer-noch-richter-pebbsy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u00dcberlastete Justiz: Warum fehlen immer Richter? (lto.de)<\/a><u>.<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/justiz\/j\/personalmangel-justiz-ueberlastet-pakt-fuer-den-rechtsstaat-warum-fehlen-immer-noch-richter-pebbsy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u00dcberlastete Justiz: Warum fehlen immer Richter? (lto.de)<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Statistik zur Juristenausbildung 2018 des Bundesamtes f\u00fcr Justiz, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/Themen\/Buergerdienste\/Justizstatistik\/Juristen\/Ausbildung_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/Themen\/Buergerdienste\/Justizstatistik\/Juristen\/Ausbildung_node.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.bundesjustizamt.de\/DE\/SharedDocs\/Publikationen\/Justizstatistik\/Juristenausbildung_2018.pdf;jsessionid=BC5E234CAECB1C8139547F30111B1028.2_cid500?__blob=publicationFile&amp;v=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Ergebnisse der Juristischen Pr\u00fcfungen 2018<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.lto-karriere.de\/jura-studium\/stories\/detail\/nachwuchs-mangel-personal-justiz-kein-praedikat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Mit 6,5 Punkten ins Richteramt, (lto-karriere.de)<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/legal-tech-blog.de\/was-ist-legal-tech\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/legal-tech-blog.de\/was-ist-legal-tech<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> <em>Wagner<\/em>, Legal Tech und Legal Robots, 2020, S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.legal-tech.de\/was-ist-legal-tech-ffi-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/www.legal-tech.de\/was-ist-legal-tech-ffi-2\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.legal-tech.de\/was-ist-legal-tech-ffi-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/www.legal-tech.de\/was-ist-legal-tech-ffi-2\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2019, 398 (398).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Zum Ganzen <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2019, 398 (399).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Ausf\u00fchrlich dazu unten unter II. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Zu rechtlichen Rahmenbedingungen siehe: Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe, abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/Landesregierung\/II\/Minister\/Justizministerkonferenz\/Downloads\/190605_beschluesse\/TOPI_11_Abschlussbericht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Minister &#8211; Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe: TOP I.11, Legal Tech, Herausforderungen f\u00fcr die Justiz &#8211; schleswig-holstein.de<\/a>, S. 53 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Vgl. hierzu <em>H\u00e4hnchen\/Schrader\/Weiler\/Wischmeyer<\/em>, JuS 2020, 625 (627).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Beispiele f\u00fcr den Einsatz von Legal Tech in der Justiz sind z.B. eine Machbarkeitsstudie zu einem Blockchain-basierten G\u00fcltigkeitsregister f\u00fcr Erbscheine und notarielle Vollmachten oder den Einsatz\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 von Chatbots bei Rechtsantragsstellung, vgl.\u00a0hierzu die Nachweise bei <em>Galetzka\/Garling\/Partheymu\u0308ller<\/em>, MMR 2021, 20 (21).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Vgl. hierzu <em>H\u00e4hnchen\/Schrader\/Weiler\/Wischmeyer<\/em>, JuS 2020, 625 (628).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Vgl. hierzu <em>H\u00e4hnchen\/Schrader\/Weiler\/Wischmeyer<\/em>, JuS 2020, 625 (629).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Hierzu ausf\u00fchrlich <em>Neubert,<\/em> DRiZ 2021, 108, der den Einsatz von KI in der deutschen Justiz beleuchtet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Ausf\u00fchrlich hierzu siehe <em>Wagner<\/em>, Legal Tech und Legal Robots, 2020, S. 93 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>\u00a0Hier konnten sich Hacker Zugriff auf s\u00e4mtliche gerichtsinterne Daten verschaffen und absaugen, vgl. hierzu <em>Christ\/Kiesel\/Jansen<\/em>, Tagesspiegel vom 28.1.2020, \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/cyberangriff-auf-das-berliner-kammergericht-hacker-hatten-%09zugriff-auf-saemtliche-daten-der-schaden-ist-riesig\/25482526.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/cyberangriff-auf-das-berliner-kammergericht-hacker-hatten-zugriff-auf-saemtliche-daten-der-schaden-ist-riesig\/25482526.html<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>\u00a0So hat z.B. das Land Niedersachsen 2018 einen Masterplan f\u00fcr Digitalisierung der Justiz mit \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 entsprechenden Kostenpunkten vorgestellt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Zur Vertiefung siehe <em>Heil<\/em>, IT-Anwendung im Zivilprozess. Untersuchung zur Anwendung k\u00fcnstlicher Intelligenz im Recht und zum strukturierten elektronischen Verfahren, 2020, sowie <em>Timmermann<\/em>, Legal Tech-Anwendungen. Rechtswissenschaftliche Analyse und Entwicklung des Begriffs der algorithmischen Rechtsdienstleistung, 2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16), S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/<\/a><u>.<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/<\/a><u>.<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Https:\/\/www.datacenter-insider.de\/wie-videoprotokolle-und-softwareroboter-der-justiz-das-leben-leichter-machen-a-992574\/<\/a><u>.<\/u><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16), S. 6; siehe auch <em>Michel<\/em>, Beck\u2019sche Beratungssysteme: \u201eFamilienrechtliche Berechnungen\u201c, Jur-PC Web-Dok. 7\/95, 3250, abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jurpc.de\/jurpc\/show?id=1995_07_86600&amp;q=Michel+Gutdeutsch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.jurpc.de\/jurpc\/show?id=1995_07_86600&amp;q=Michel+Gutdeutsch<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> So <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2019, 398 (402).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.janforth.de\/richter-tools\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Richter-Tools \u2013\u2013 Support-Seite \u00b7 Prof. Dr. Jan F. Orth LL.M. (janforth.de)<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Siehe dazu z. B. den \u00dcberblick\u00a0 von <em>M\u00fcller<\/em>, ERV: Eine Einf\u00fchrung in die rechtlichen Grundlagen, <a href=\"http:\/\/www.zpoblog.de\/?p=7225\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.zpoblog.de\/?p=7225<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16), S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Diskussionspapier im Auftrag der Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichthofs, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.justiz.bayern.de\/media\/images\/behoerden-und-gerichte\/oberlandesgerichte\/nuernberg\/diskussionspapier_ag_modernisierung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">diskussionspapier_ag_modernisierung.pdf (bayern.de)<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Zum Ganzen Diskussionspapier im Auftrag der Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichthofs (s. Fn. 36).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16), S. 74 ff.; Diskussionspapier im Auftrag der Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichthofs (s. Fn. 36), S. 76 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> <a href=\"https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Artikel\/DE\/2021\/0819_Online_Klagetool.html;jsessionid=1EB81AD65CA0AD3EC26B15D563A750A9.1_cid334\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">BMJV | Artikel | Digitale Zug\u00e4nge zu den Gerichten \u2013 BMJV startet Projekt f\u00fcr ein Online-Klagetool<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Zum Ganzen <em>Gaier<\/em>, Strukturierung des Parteivorbringens, in: Breidenbach\/Glatz, Rechtshandbuch Legal Rech, 2020, S. 291 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> <em>Lotz<\/em>, Qualit\u00e4tssicherung im Zivilprozess, in: Ackermann\/Gaier\/Wolf, Gelebtes Prozessrecht. Festschrift f\u00fcr Volkert Vorwerk, S. 231 (240).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> <em>Zwickel<\/em>, Die digitale Strukturierung und inhaltliche Erschlie\u00dfung zivilprozessualer Schrifts\u00e4tze im Spannungsfeld zwischen Parteiherrschaft und Richtermacht, in: Buschmann\/Gl\u00e4\u00df\/Gonska\/Philipp\/Zimmermann, Digitalisierung der gerichtlichen Verfahren und das Prozessrecht, S. 179 (179 f.) m. w. N.; siehe auch <em>Bender\/Schwarz<\/em>, CR 1994, 372; <em>Fries<\/em>, Verbraucherrechtsdurchsetzung, 2016, S. 144 f.; <em>Gaier<\/em>, Richterliche Effizienz, in: Ackermann\/Gaier\/Wolf, Gelebtes Prozessrecht. Festschrift f\u00fcr Volkert Vorwerk, S. 79 (81 f.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Siehe nur <em>Vogelgesang, <\/em>Der elektronische Rechtsverkehr, die elektronische Akte und das Zivilverfahrensrecht &#8211; Probleme und Chancen, JurPc Web-Dok. 110\/2021, Rn. 37 ff., abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jurpc.de\/jurpc\/show?id=20210110\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.jurpc.de\/jurpc\/show?id=20210110<\/a>; <em>Weller\/K\u00f6bler<\/em>, Verfahrensgrunds\u00e4tze und Modellregeln f\u00fcr die grunds\u00e4tzlich elektronische F\u00fchrung gerichtlicher Erkenntnisverfahren, 2016, S. 93 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> Legal Tech: Herausforderungen f\u00fcr die Justiz. Abschlussbericht der L\u00e4nderarbeitsgruppe (s. Fn. 16), S. 72.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> So z. B. Diskussionspapier im Auftrag der Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichthofs (s. Fn. 36), S. 31 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a> <em>Fries<\/em>, ELSTER f\u00fcr Fluggastrechte, in: Breidenbach\/Glatz, Rechtshandbuch Legal Techt, 2020, S. 275 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> Weiterf\u00fchrend dazu siehe <em>Enders<\/em>, JA 2018, 721 sowie <em>Neubert<\/em>, DRiZ 2021, 308.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a> Weiterf\u00fchrend dazu siehe <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2019, 398 (402); <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2020, 90 (94 ff.); <em>Wagner<\/em>, Legal Tech und Legal Robots, 2020; <em>Schulte\/Walkstein<\/em>, Legal Tech in der Justiz, <a href=\"https:\/\/publicus.boorberg.de\/legal-tech-in-der-justiz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/publicus.boorberg.de\/legal-tech-in-der-justiz\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a> So <em>Vogelgesang\/Kr\u00fcger<\/em>, jM 2019, 398 (403); <em>Wagner<\/em>, Legal Tech und Legal Robots, 2020, S. 19.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AutorInnen:\u00a0Nina Erbach, Dr. Nils Feuerhelm, Niklas Raabe, Elisabeth Treuenfels PDF- Version: Hier abrufen. Dieser Blogbeitrag untersucht, welche Faktoren die Arbeitskraft der Justiz beeinflussen. Konkret nimmt er dazu zwei Stellschrauben in den Blick: Ausgangspunkt ist die personelle Besetzung in Form der blo\u00dfen Anzahl t\u00e4tiger Richter:innen, die jedenfalls f\u00fcr die Zukunft Sorge bereitet (I.). 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