{"id":8076,"date":"2025-03-09T08:12:18","date_gmt":"2025-03-09T07:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/recode.law\/?p=8076"},"modified":"2025-05-02T19:14:00","modified_gmt":"2025-05-02T18:14:00","slug":"newlawradar-83-25-digitalisierungsplaene-bundesregierung-fluggastrechte-platform-scoring-vor-dem-eugh-agentic-ai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/recode.law\/en\/newlawradar-83-25-digitalisierungsplaene-bundesregierung-fluggastrechte-platform-scoring-vor-dem-eugh-agentic-ai\/","title":{"rendered":"NewLawRadar 83\/25 &#8211; Digitalisierungspl\u00e4ne Bundesregierung &#8211; Fluggastrechte Platform &#8211; Scoring vor dem EuGH &#8211; Agentic AI"},"content":{"rendered":"<div><strong>Editor&#8217;s Ramble #83<\/strong><\/div>\n<p dir=\"ltr\">Liebe Leser:innen,<\/p>\n<p dir=\"ltr\">in dieser Ausgabe haben wir wieder ganz viele interessante Themen rund um Legal Tech im Newsletter:<\/p>\n<ul>\n<li dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Was sind die <strong>Digitalisierungspl\u00e4ne<\/strong>\u00a0der n\u00e4chsten Bundesregierung?<\/li>\n<li>Der Bund nimmt die erste <strong>staatliche Fluggastrechte Platform<\/strong> in Betrieb<\/li>\n<li><strong>Entscheidung vor dem EuGH<\/strong>: Wenn <strong>Algorithmen<\/strong> entscheiden \u2013 warum <strong>Verbraucher<\/strong> jetzt ein st\u00e4rkeres <strong>Recht auf Einblick\u00a0<\/strong>haben<\/li>\n<li dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Nachbericht: recode.law beim\u00a0<strong>DAV IT-Rechtstag<\/strong><\/li>\n<li dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Legal Tech Basics: <strong>Agentic AI<\/strong><\/li>\n<li dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Wir haben auch einen <strong>Veranstaltungstipp <\/strong>und einen <strong>Video Tipp <\/strong>f\u00fcr Euch!<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\">Redaktion:<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/dfremuth\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dennis<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/florian-friedrich-korte-0663a228b\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Florian<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/helena-broj-ba4a61237\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Helena<\/a>,<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/jeremias-forssman-7a372326b\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jeremias<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/mounir-boussihmed\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mounir<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/patrick-fett-00535464\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Patrick<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/friedrich-hautkapp-912b70201\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich<\/a><\/p>\n<p>Wir sind gespannt auf Eure Meinung! Wir freuen uns \u00fcber eure Vorschl\u00e4ge und Feedback an <a href=\"mailto:radar@recode.law\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">radar@recode.law<\/a>!<\/p>\n<h5 class=\"null\">Erste Hinweise in den\u00a0Koalitionsgespr\u00e4chen<\/h5>\n<h4 class=\"null\">Schwarz-rote Digitalisierungspl\u00e4ne<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Nach der Wahl ist vor der Regierungsbildung \u2013 Wahlprogramme m\u00fcssen zueinander finden, mitunter entstehen ganz neue (erhoffte) L\u00f6sungen f\u00fcr die (ausgemachten) Probleme unseres Landes. Naturgem\u00e4\u00df brodelt nun die Ger\u00fcchtek\u00fcche, aber durch das<a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/artikel\/exklusiv\/2025\/03\/koalitionsverhandlungen-cducsuspd\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bekanntwerden der Verhandlungsergebnisse der Arbeitsgruppen<\/a> lassen sich erste Grundpfeiler f\u00fcr die Digitalpolitik der n\u00e4chsten Legislaturperiode erkennen:<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Arbeitsgruppe (AG) 1 vereinbart, dass Sicherheitsbeh\u00f6rden automatisiert u.a. Daten bzgl. Hass im Netz von Plattformen bereitstellen und sie analysieren lassen k\u00f6nnen. Auch andere Verwaltungsprozesse und der beh\u00f6rdliche Datenaustausch sollen automatisiert werden (AG 9, 10). B\u00fcrger k\u00f6nnen sich \u00fcber die Automatisierung von Ticketerstattungen, einfach gelagerten Steuererkl\u00e4rungen und ereignisbezogenen Verwaltungsleistungen wie Kindergeldbescheide (AG 1, 16, 3, 9) freuen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Keine Automatisierung, aber weniger Papierstapel d\u00fcrfte einerseits der digitale Verwaltungszugang per Deutschland-ID\/<a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/digital-building-blocks\/sites\/display\/EUDIGITALIDENTITYWALLET\/EU+Digital+Identity+Wallet+Home\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EUDI-Wallet<\/a> und mit einem<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Once-Only-Prinzip\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> \u201eonce-only\u201c-Grundsatz<\/a> (AG 3, 9, 10), andererseits ein digitales Justizportal f\u00fcr Antr\u00e4ge, Kommunikation und Register (AG 9) bringen. Flankierend will Schwarz-Rot Formvorschriften flexibilisieren, \u00dcbermittlungsstandards einf\u00fchren, das \u00f6ffentliche IT-Hosting \u00fcbernehmen und f\u00fcr weitere Belange ein digitales B\u00fcrokratiemeldeportal bereitstellen (jeweils AG 9).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Was im Zeitalter vor ChatGPT noch Randerscheinung war, ist nun zentrales Anliegen: K\u00fcnstliche Intelligenz soll in Verwaltungsprozesse, Justiz, Verteidigungsausr\u00fcstung und Finanzverwaltung Einzug halten (AG 9, 12, 16). Sicherheitsbeh\u00f6rden d\u00fcrfen \u201ef\u00fcr bestimmte Zwecke\u201c per KI Daten analysieren und online biometrische Abgleiche durchf\u00fchren (AG 1). Zur Steigerung der Produktivit\u00e4t wird eine \u201einnovationsfreundliche\u201c Regulierung angestrebt (AG 2, z.B. nach AG 4 neue Modellregionen f\u00fcr autonomes Fahren), um eine der<a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/news\/eu-launches-investai-initiative-mobilise-eu200-billion-investment-artificial-intelligence\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> EU-KI-\u201eGigafactories\u201c<\/a> geworben (AG 3, 8) und KI-Reallabore f\u00fcr KMUs bereitgestellt (AG 3). Gleichzeitig wird aber der Urheberrechtsschutz und Wettbewerb angemahnt (AG 1, 8, 14, 2). Daneben soll die Behandlungs- und Pflegedokumentation und ein Familienleistungsportal mit KI unterst\u00fctzt werden (AG 6, 7).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">(Weiter) Digitalisiert werden soll insbesondere die Bau-, Finanz-, F\u00f6rderungs-, Migrations- und Sozialverwaltung (AG 4, 16, 8, 9, 10, 1, 5) mithilfe eines \u201eDeutschland-Stack\u201c mit KI, Cloud-Diensten und \u201eBasiskomponenten\u201c (AG 3, 9). Mehr digitale Infrastruktur soll es in Krankenh\u00e4usern, Kinder-Einrichtungen und im Mobilfunknetz geben (AG 6, 7, 8, 15). Schulkinder erhalten eine Sch\u00fcler-ID, k\u00f6nnen digital Berufe kennenlernen und sich weiterbilden, sp\u00e4ter im Studium digital BAf\u00f6G beantragen und schlie\u00dflich digital ein Unternehmen gr\u00fcnden, in dem ggf. auch digital mitbestimmt werden soll und dessen verursachte gesundheitliche Probleme \u2013 per ePA \u2013 digital von einem Arzt oder Psychotherapeuten behandelt werden k\u00f6nnen (AG 6, 8, 2, 5). Weitere Digitalprojekte sind z.B. eine Agentur f\u00fcr Fachkr\u00e4fteeinwanderung mit beschleunigter Anerkennung der Berufsqualifikation (AG 5, 8, 12), Online-Verfahren in der Zivilgerichtsbarkeit (AG 9) und Photovoltaik-Anmeldungen (AG 15). Bei aller Digitalisierung soll aber die digitale Teilhabe gewahrt werden, z.B. durch eine App f\u00fcr Jugendliche, die Zugang zu Sport-, Kultur- und weiteren Angeboten bieten soll (AG 3, 7).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das Fundament dieses digitalen Deutschlands soll durch Investitionen u.a. in Clouds, Robotik, Quantencomputer, Verteidigungssoftware, IT-Sicherheit, aber auch landwirtschaftlichen Drohnen gesichert werden (AG 2, 3, 4, 8, 11, 12). In den Fokus der F\u00f6rderstellen gelangen zudem Gaming-,<a href=\"https:\/\/www.intel.de\/content\/www\/de\/de\/edge-computing\/what-is-edge-computing.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Edge-Computing<\/a>&#8211; und Deep-Tech-Unternehmen (AG 2, 3, 8). B\u00fcrger werden durch die Vermittlung digitaler Kompetenzen und Aufkl\u00e4rung \u00fcber Cybergefahren an die Hand genommen (AG 2, 3, 7, 8). Zu Unterwasserrobotik und autonomen Schiffen soll geforscht (AG 2), f\u00fcr Cybersicherheitsforscher soll \u201eRechtssicherheit\u201c geschaffen werden (AG 1, Hackerparagraph?).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wer nun den Datenschutz gef\u00e4hrdet sieht, wird u.a. mit Open-Source- und<a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/topics\/privacy-enhancing-technologies.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> PET<\/a>-Versprechen beschwichtigt (AG 3). Die Vorgaben f\u00fcr KMUs, Forscher und ehrenamtlich T\u00e4tige werden dagegen erleichtert (AG 3, 8, 10). Daten sollen generell \u201cbesser nutzbar\u201d sein und entsprechende Kompetenzen aufgebaut werden (jeweils AG 9). Ob dies alles DSGVO-konform ist, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Auch die Kehrseite der Digitalisierung hat die k\u00fcnftige Merz-Regierung im Blick: Bots\/Fake-Accounts sollen gekennzeichnet,<a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale.de\/wissen\/digitale-welt\/onlinedienste\/dark-patterns-so-wollen-websites-und-apps-sie-manipulieren-58082\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Dark Patterns<\/a> und s\u00fcchtig machende Designs verboten, sexualisierte Deepfakes strafbar werden (AG 1, 3, 7, 14). Regelm\u00e4\u00dfige Einwilligungen in GPS-Tracking soll Stalkern das Leben erschweren (AG 1). Verpflichtende Altersverifikationen und sichere Voreinstellungen bei digitalen Endger\u00e4ten und Angeboten tragen zum Jugendschutz bei (AG 7, 14).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Weitere relevante Einigungen beziehen sich auf eine verpflichtende digitale Zahlungsoption neben Bargeld (AG 16) und eine Neuauflage der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung (AG 1).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ob Union und SPD ihre verbleibenden<a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/koalitionsverhandlungen-von-spd-und-union-aktueller-stand-IB5WMXDXHNHK7JZOLHMJWGQKYQ.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Differenzen<\/a> \u00fcberwinden werden und wie das Chaos an den Finanzm\u00e4rkten nach Trumps Zollank\u00fcndigungen diese Einigungen<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bundestag-merz-dramatische-lage-an-boersen-hat-konsequenzen-fuer-koalitionsgespraeche\/30074918.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> treffen wird<\/a>, bleibt abzuwarten. Die Kanzlerwahl ist (mittlerweile) f\u00fcr Anfang Mai anvisiert.<\/p>\n<h5 class=\"null\">Fluggastrechte Platform Bund<\/h5>\n<h4 class=\"null\">Echte Alternative oder vor dem Abflug zum Scheitern verurteilt?<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Die Justiz digitalisiert sich \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt. Mit dem neuen <a href=\"https:\/\/service.justiz.de\/fluggastrechte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Online-Klagetool<\/a> f\u00fcr Fluggastrechte ist nun ein weiterer konkreter Baustein der Digitalisierungsinitiative von Bund und L\u00e4ndern live gegangen. Seit dem 27. M\u00e4rz 2025 k\u00f6nnen betroffene Flugg\u00e4ste ihre Anspr\u00fcche unkompliziert online geltend machen \u2013 ein Novum in der deutschen Zivilgerichtsbarkeit.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das neue Portal ist als niedrigschwelliger Zugang f\u00fcr Verbraucher:innen konzipiert, die etwa eine Entsch\u00e4digung bei Flugversp\u00e4tungen oder -annullierungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung (<a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=celex:32004R0261\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VO (EG) Nr. 261\/2004<\/a>) einfordern m\u00f6chten. Der <a href=\"https:\/\/service.justiz.de\/klagen-ohne-anwalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gesamte Ablauf<\/a> \u2013 von der Klageerhebung bis zur Kommunikation mit dem Gericht \u2013 erfolgt vollst\u00e4ndig digital und ohne Anwaltszwang. Die Kommunikation l\u00e4uft \u00fcber die Plattform \u201e<a href=\"https:\/\/mjp.justiz.de\/#\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mein Justiz Postfach<\/a>\u201c, f\u00fcr das man sich wiederum \u00fcber die \u201eBUND-ID\u201c anmelden kann. Damit bildet das Portal den Auftakt f\u00fcr eine Serie digitaler Justizdienste, die im Rahmen des \u201e<a href=\"https:\/\/www.bmj.de\/DE\/themen\/digitales\/digitalisierung_justiz\/digitalisierungsinitiative\/_articles\/zivilgerichtliches_onlineverfahren_artikel.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zivilgerichtlichen Online-Verfahrens<\/a>\u201c entwickelt werden.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der neue Dienst ist zun\u00e4chst als Modellprojekt an insgesamt sieben flughafennahen Pilotgerichten gestartet, darunter die Amtsgerichte D\u00fcsseldorf, Frankfurt a.M. und Hamburg. Nutzer:innen werden durch ein strukturiertes Online-Formular gef\u00fchrt, das typische Anspruchsgrundlagen und Sachverhalte rund um Flugprobleme abfragt. Die eingegebenen Daten werden automatisiert in ein strukturiertes Dokument \u00fcberf\u00fchrt und direkt ans Gericht \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Technisch handelt es sich um einen <a href=\"https:\/\/www.zugang-zum-recht-projekte.de\/news\/zivilgerichtliches-online-verfahren-launch-eines-ersten-onlinedienstes-fur-fluggastrechte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ersten Schritt<\/a> in Richtung einer maschinenlesbaren Klageverarbeitung. Ziel ist es, k\u00fcnftig auch die gerichtsinternen Abl\u00e4ufe zu verschlanken \u2013 etwa durch automatisierte Aktenanlage oder standardisierte Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr Massenklagen. Langfristig soll ein ressourcenschonendes, weitgehend digitales Verfahren f\u00fcr standardisierte Zivilklagen entstehen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Dass die Wahl f\u00fcr das Pilotprojekt auf Fluggastrechte fiel, ist nachvollziehbar: Die Verfahren sind <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/portal-klage-fluggastrechte-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">massenhaft<\/a> und einfach standardisierbar. Nicht umsonst traten auch in diesem Gebiet die ersten bekannten Legal-Tech Unternehmen auf. Ob das Modell des auf andere Rechtsgebiete \u00fcbertragbar ist und eine echte Konkurrenz f\u00fcr etablierte Anbieter bieten kann, bleibt offen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Vorteil der Plattform ist, dass eine Aufteilung des Klageerfolgs anders als bei kommerziellen Anbietern nicht notwendig ist. Allerdings sind die M\u00f6glichkeiten der Plattform begrenzt. So k\u00f6nnen beispielsweise keine Anspr\u00fcche von Minderj\u00e4hrigen direkt geltend gemacht werden. Auch sind bisher zwar Rechtsh\u00e4ngigkeitszinsen einklagbar, der praktisch relevante Anspruch auf Verzugszinsen ist aber nicht vom Angebot umfasst.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Trotz aller Kritik: Das neue Fluggast-Portal ist ein sichtbares Ergebnis der \u201e<a href=\"https:\/\/www.bmj.de\/DE\/themen\/digitales\/digitalisierung_justiz\/_doc\/Banner_Digitalisierungsinitiative.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Digitalisierungsinitiative f\u00fcr die Justiz<\/a>\u201c, die Bund und L\u00e4nder seit 2021 gemeinsam vorantreiben. Ziel ist es, Verfahren b\u00fcrgern\u00e4her, schneller und einfacher zu machen \u2013 bei gleichzeitig hoher Verfahrenssicherheit. Neben der Digitalen Rechtsantragstelle geh\u00f6ren auch Projekte wie die <a href=\"https:\/\/recode.law\/en\/newlawradar-81-2025-justizcloud-ai-act-in-korea-character-ai-blockchain\/\">Justizcloud<\/a> oder die digitale Strafakte zur Initiative.<\/p>\n<h5 class=\"null\">Open Euro LLM<\/h5>\n<h4 class=\"null\">LLM made in Europe<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Seit Februar hat die EU-Kommission ein <a href=\"https:\/\/openeurollm.eu\/launch-press-release\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konsortium<\/a> aus den besten Universit\u00e4ten und Unternehmen in Europa rund um K\u00fcnstliche Intelligenz aufgebaut, um eine europ\u00e4ische KI zu entwickeln.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das Ziel der Initiative ist, dass eine K\u00fcnstliche Intelligenz nach europ\u00e4ischen Regulierungsstandards zustande kommt, Demokratisierung der KI und St\u00e4rkung des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts. Zudem soll das Produkt auch alle 24 Amtssprachen in der Europ\u00e4ischen Union unterst\u00fctzen. Das Projekt soll durch Offenheit und Transparenz <a href=\"https:\/\/xpert.digital\/ki-made-in-europe\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in allen Aspekten des Projekts<\/a> gepr\u00e4gt sein und OpenSource zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<h5 class=\"null\">Scoring im Luxemburger Visier<\/h5>\n<h4 class=\"null\">EuGH st\u00e4rkt (erneut) Verbraucherschutz: KI-basierte Bonit\u00e4tspr\u00fcfungen m\u00fcssen f\u00fcr Verbraucher nachvollziehbar sein<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Schon seit Jahren greifen insbesondere Banken auf algorithmische Verfahren zur automatisierten Entscheidungsfindung zur\u00fcck. So etwa im Rahmen der sogenannten \u201eKreditw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung\u201c; hier entscheiden KI-basierte Prozesse dar\u00fcber, ob ein Kredit vergeben wird. Sie sind komplex, datenintensiv und oftmals intransparent. Die Kriterien, die der Entscheidung zugrunde liegen, bleiben h\u00e4ufig im Verborgenen. Doch Betroffene, die mit einer negativen Entscheidung konfrontiert sind, haben Schwierigkeiten, die Hintergr\u00fcnde zu verstehen. Der EuGH st\u00e4rkt jetzt erneut die Auskunftsrechte von Verbrauchern.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>I. Scoring \u2013 Schnell, g\u00fcnstig und riskant?<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Scoring ist ein Verfahren zur automatisierten Bewertung von nat\u00fcrlichen Personen. Das datengetriebene Verfahren dient vielfach aber nicht zwangsl\u00e4ufig dazu, die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausf\u00e4llen abzusch\u00e4tzen. Ber\u00fccksichtigt wird etwa das bisherige Zahlungsverhalten oder bestehende Verbindlichkeiten gegen\u00fcber sonstigen Dritten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Einsatz dieses Use Cases ist in allen Branchen verbreitet, die mit Verbrauchern zusammenarbeiten und mit finanziellen Risiken durch konstant bestehende Verbindlichkeiten konfrontiert sind (bspw. Banken- und Finanzsektor oder auch Telekommunikationsdienstleistungen). Dieser Use Case ist beliebt, da er eine schnelle, kosteng\u00fcnstige und automatisierte Risikoeinsch\u00e4tzung in Sekunden erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Verbrauchersch\u00fctzer warnen jedoch schon lange vor den Risiken: Fehlende Transparenz, erh\u00f6hte Gefahr f\u00fcr Diskriminierungen und die Gefahr von Fehleinsch\u00e4tzungen bereiten Sorgen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>II. Scoring als regulierter Use Case in EU AI Act und DSGVO<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Angesichts der immanenten Risiken verwundert es nicht, dass Scoring vielfach ein regulierter Use Case ist. Gem\u00e4\u00df Art. 6 II EU AI Act i.V.m Anhang III Nr. 5 lit. a, b und c sind KI-Systeme, die \u00fcber die \u201eZug\u00e4nglichkeit und Inanspruchnahme grundlegender privater und grundlegender \u00f6ffentlicher Dienste\u201c entscheiden als \u201eHigh-Risk\u201c Use Case einzuordnen. Insb. Anhang III Nr. 5 lit. b definiert indes den Standardfall des Scorings: Die Kreditw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Art. 86 des Acts \u2013 Recht auf Erl\u00e4uterung der Entscheidungsfindung im Einzelfall \u2013 ist vor dem Hintergrund des Scoring Use Cases zu lesen; demnach hat eine Person, die bspw. Gegenstand einer Kreditw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung gem. Anhang III Nr. 5 lit. b geworden ist, das Recht zu erfahren, welche Informationen die Entscheidung beeinflusst haben.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">\u201eScoring\u201c ist auch in der DSGVO als regulierter Anwendungsfall verankert; nach Art. 22 VII hat eine Person das Recht, nicht ausschlie\u00dflich Gegenstand einer auf automatisierten Verarbeitung beruhenden Entscheidung zu sein. Parallel dazu sieht Art. 15 DSGVO einen Auskunftsanspruch f\u00fcr betroffene Personen vor. Insbesondere Art. 22 VII DSGVO ist vor dem Hintergrund des Scoring Use Cases zu lesen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Nach Art. 2 VII stehen der AI Act und die DSGVO in Idealkonkurrenz zueinander.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>III. Scoring als Gegenstand der EuGH-Rechtsprechung<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">In der Rechtssache C-203\/22 entschied der EuGH Ende Februar 2025, dass Betreiber von KI-Systemen, die der automatisierten Entscheidungsfindung im Rahmen eines \u201eScoring-Verfahrens\u201c dienen, gegen\u00fcber den betroffenen Personen weitgehende Offenlegungspflichten haben. Der Verweis auf Gesch\u00e4ftsgeheimnisse rechtfertige kein Verweigerungsrecht gegen\u00fcber den Betroffenen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>1. Sachverhalt des Rechtsstreits<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Kl\u00e4ger versuchte, bei dem Beklagten, einem Mobilfunkanbieter, einen Handytarif abzuschlie\u00dfen. Der Vertragsschluss wurde jedoch vonseiten des Anbieters abgelehnt, nachdem ein KI-basierter Bonit\u00e4tsscore ein negatives Ranking ermittelt hatte. Der Kl\u00e4ger forderte daraufhin Auskunft \u00fcber die Entscheidungsgrundlagen, doch der Beklagte verweigerte die Herausgabe von Informationen mit Verweis auf Gesch\u00e4ftsgeheimnisse.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>2. Streitgegenst\u00e4ndliche Normen<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Im Fokus der gerichtlichen Auseinandersetzung standen die Art. 22 DSGVO (\u201eAutomatisierte Entscheidungen im Einzelfall\u201c) und Art. 15 DSGVO (\u201eAuskunftsrecht der betroffenen Person\u201c). Im Verfahren berief sich die Kl\u00e4gerseite urspr\u00fcnglich auf Art. 86 der KI-VO (\u201eRecht auf Erl\u00e4uterung der Entscheidungsfindung im Einzelfall\u201c). Obwohl dieser Verweis nicht in das Urteil aufgenommen wurde, l\u00e4sst sich aufgrund der Idealkonkurrenz mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Urteil unter Ber\u00fccksichtigung dieser Vorschrift zu einem identischen Ergebnis gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>3. Richterliche Erw\u00e4gungen in Kontinuit\u00e4t zum Schufa-Urteil (RS C-634\/21)<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der EuGH st\u00e4rkt im Urteil die Rechte betroffener Verbraucher, indem er Artikel 22 und Artikel 15 DSGVO eine zentrale Rolle zuweist. Insbesondere kann den Anspr\u00fcchen betroffener Verbraucher nicht ein Auskunftsverweigerungsrecht aufgrund bestehender Gesch\u00e4ftsgeheimnisse entgegengehalten werden.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der EuGH erkennt jedoch auch das berechtigte Interesse von Unternehmen am Schutz ihrer Gesch\u00e4ftsgeheimnisse an und betont daher, dass Datenschutzbeh\u00f6rden vorab nur jene Informationen weitergeben sollen, die f\u00fcr die Urteilsbildung der betroffenen Person erforderlich sind. Der Datenschutzbeh\u00f6rde kommt also eine Filterfunktion zu. Dabei ber\u00fccksichtigt der EuGH ferner, dass Bonit\u00e4tsscoring h\u00e4ufig an spezialisierte Drittanbieter ausgelagert wird \u2013 wie im vorliegenden Fall an \u201eDun &amp; Bradstreet\u201c \u2013, weshalb Betroffene Informationen von allen beteiligten Akteuren verlangen k\u00f6nnen. Zudem gilt ein hoher Transparenzstandard in Anlehnung an Art. 15 I lit. h DSGVO: Die herausgegebenen Informationen m\u00fcssen aussagekr\u00e4ftig sein und R\u00fcckschl\u00fcsse auf die \u201einvolvierte Logik\u201c zulassen, wobei die Perspektive eines durchschnittlichen, nicht juristisch gebildeten Verbrauchers ma\u00dfgeblich ist.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Mit dem neuen Urteil in dieser Rechtssache setzt der EuGH die Linie seiner bisherigen Judikatur im Bereich \u201eScoring\u201c und \u201eautomatisierte Entscheidungsfindung\u201c fort. Insbesondere wird hierdurch klar, dass das viel beachtete Schufa-Urteil aus dem <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/juris\/document\/document.jsf?text=&amp;docid=280426&amp;pageIndex=0&amp;doclang=de&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=1799390\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dezember 2023<\/a> kein \u201ejuristischer Unfall\u201c, sondern Beginn einer zusammenh\u00e4ngenden Rechtsprechungslinie wurde.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>IV. Ausblick\u00a0<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">\u201eAutomatisierte Entscheidungsfindung\u201c durch KI-Systeme wird aufgrund ihrer offensichtlichen Vorteile im Bereich der \u201eScoring-Verfahren\u201c immer h\u00e4ufiger eingesetzt. Besonders die gesteigerte Effizienz \u2013 eine der Folgen maximal m\u00f6glicher Automatisierung \u2013 sind dabei unbestreitbare Vorteile.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Angesichts der zunehmenden regulatorischen Komplexit\u00e4t und ihrer Umsetzung durch h\u00f6chstrichterliche Judikatur ist jedoch auch Vorsicht geboten. Es existieren folgende Stolpersteine:<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>1)\u00a0<\/strong>Scoring-Systeme sehen sich mit einer erh\u00f6hten regulatorischen Dichte konfrontiert. Zentrale Vorschriften der DSGVO \u2013 bspw. Art. 22 oder Art. 15 \u2013 sind vor dem Hintergrund dieses Use Cases auszulegen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>2)<\/strong>\u00a0Der Use Case erf\u00e4hrt zudem eine wachsende Regulierung durch den EU AI Act \u2013 Es besteht ein hohes Risiko, dass derartige Systeme als \u201eHigh-Risk\u201c klassifiziert werden, Art. 6 II i.V.m Anhang III. Zus\u00e4tzlich ist die Sonderbestimmung des Art. 86 KI-VO zu ber\u00fccksichtigen; diese Vorschrift begr\u00fcndet eine Anspruchsqualit\u00e4t.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>3)<\/strong>\u00a0Die bisherige EuGH-Rechtsprechung legt in \u00dcbereinstimmung mit den regulatorischen Rahmen restriktive Anforderungen fest, die vor allem dem Schutz von Verbraucherrechten dienen. Unternehmen sollten sich nicht nur mit den gesetzlichen Vorgaben vertraut machen, sondern auch die richterlichen Erw\u00e4gungen.<\/p>\n<h5 class=\"null\">12. Deutscher IT-Rechtstag<\/h5>\n<h4 class=\"null\">recode.law bei der davit<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">VergangeneWoche war recode.law auf dem 12. Deutschen IT-Rechtstag in Berlin vertreten \u2013 wie schon im vergangenen Jahr moderierte Lina Fredebeul gemeinsam mit Karsten Bartels den ersten Veranstaltungstag. Dabei konnten wir nicht nur viele spannende Einblicke in die Praxis gewinnen, indem wir mit den unterschiedlichsten Personen ins Gespr\u00e4ch kamen.<br \/>\nAuch das abwechslungsreiche Programm bot spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen des IT-Rechts: Isabelle Bialla\u00df informierte \u00fcber den Stand der Digitalisierung der Justiz &#8211; ein Thema, das auch bei recode.law ganz oben auf der Agenda steht.<br \/>\nWeitere Highlights waren Vortr\u00e4ge zum immateriellen Schadensersatz nach der DSGVO, zum neuen Produkthaftungsrecht im Zusammenhang mit Software sowie zur juristischen Berichterstattung in den Medien.<br \/>\nBesonders interessant f\u00fcr angehende Jurist:innen: Im Rahmen des Referendariats ist eine Station in der (ARD-)Rechtsredaktion m\u00f6glich \u2013 mit spannenden Einblicken und Mitwirkungsm\u00f6glichkeiten bei Radio-, TV- und Podcast-Formaten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">\u00a0Ein besonderer Programmpunkt war auch die Verleihung des IT-Rechtspreises der davit, der innovative Beitr\u00e4ge in den verschiedensten Formaten zu IT-rechtlichen Themen auszeichnet. Der Wettbewerb richtet sich an Nachwuchsjurist:innen \u2013 eine Inspiration f\u00fcr eine m\u00f6gliche Teilnahme im kommenden Jahr.\u00a0 In diesem Jahr wurde Dr. Michelle Weber f\u00fcr ihr Quiz \u201eWer wird Datenmillion\u00e4r?\u201c, ein Quiz zum Data Act, ausgezeichnet.<br \/>\nWir freuen uns \u00fcber das Interesse des neu gew\u00e4hlten davit-Vorstandes, die Zusammenarbeit mit recode.law weiterzuf\u00fchren und die Bereitschaft f\u00fcr Anregungen und Themenvorschl\u00e4ge und sind gespannt auf die n\u00e4chsten gemeinsamen Schritte!<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5 class=\"null\">Legal Tech Basics<\/h5>\n<h4 class=\"null\" dir=\"ltr\">Agentic AI<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Die digitale Transformation macht auch vor dem Rechtswesen nicht halt. Der Begriff &#8220;Legal Tech&#8221; umfasst eine Vielzahl von Technologien, die juristische Dienstleistungen effizienter, kosteng\u00fcnstiger und zug\u00e4nglicher machen. Dabei reicht die Bandbreite von automatisierten Dokumentenerstellungen bis hin zu komplexen Analysewerkzeugen, die auf Basis von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) Entscheidungen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Doch w\u00e4hrend traditionelle K\u00fcnstliche Intelligenz bereits beeindruckende Fortschritte erzielt hat, st\u00f6\u00dft sie in zunehmend dynamischen und komplexen Anwendungsfeldern an ihre Grenzen. Genau hier setzt &#8220;Agentic AI&#8221; an \u2013 ein Paradigmenwechsel in der KI-Entwicklung.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Was ist Agentic AI?<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Agentic AI bezeichnet eine Weiterentwicklung traditioneller KI-Ans\u00e4tze, die sich durch ihre F\u00e4higkeit zur proaktiven Entscheidungsfindung und Anpassung auszeichnet. Im Gegensatz zur herk\u00f6mmlichen KI, die auf festen Regeln basiert und reaktiv arbeitet, verfolgt Agentic AI einen flexiblen, zielgerichteten Ansatz.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Diese Systeme sind darauf ausgelegt, eigenst\u00e4ndig \u2013 mit minimalem oder gar keinem externen Input \u2013 komplexe Entscheidungen zu treffen. Sie nutzen sogenanntes &#8220;advanced reasoning&#8221;, um logische Schl\u00fcsse zu ziehen und ihre eigenen F\u00e4higkeiten kontinuierlich zu optimieren. Agentic AI kann auf verschiedene APIs zugreifen und diese sinnvoll koordinieren, was sie besonders leistungsf\u00e4hig und vielseitig macht.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Eine anschauliche Metapher f\u00fcr Agentic AI ist ein Projektmanager, der mehrere hochspezialisierte Mitarbeiter autonom f\u00fchrt und koordiniert, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Potentielle Anwendungsfelder<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Agentic AI bietet weitreichende M\u00f6glichkeiten, die Arbeitswelt grundlegend zu ver\u00e4ndern. Im Bereich des autonomen Fahrens erm\u00f6glicht sie durch Echtzeitanalyse und kontinuierliche Anpassung des Systems sicherere und effizientere Transportsysteme. Als virtuelle Pflegekraft ist Agentic AI in der Lage, Patientenbed\u00fcrfnisse eigenst\u00e4ndig zu analysieren, darauf zu reagieren und kontinuierlich zu lernen, was einen enormen Mehrwert im Gesundheitswesen darstellt. Auch das Lieferkettenmanagement profitiert erheblich von dieser Technologie, da sie Muster erkennt und fundierte Entscheidungen basierend auf historischen Daten und Echtzeitinformationen trifft.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Vorteile von Agentic AI<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die Produktivit\u00e4t wird erheblich gesteigert, da Routineaufgaben automatisiert werden und menschliche Arbeitskraft somit f\u00fcr komplexere T\u00e4tigkeiten freigesetzt wird. Durch kontinuierliches Lernen entstehen individualisierte L\u00f6sungen, die den Nutzern passgenau angepasst werden k\u00f6nnen. Effizienzgewinne entstehen zudem durch die Integration und Koordination verschiedener Systeme, was zu einer Optimierung von Workflows f\u00fchrt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Herausforderungen und ethische Fragestellungen<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">So vielversprechend Agentic AI auch ist, bringt sie doch auch Herausforderungen mit sich. Datenschutzfragen, potenziell fehlerhafte Entscheidungen oder falsche Interpretationen stellen Risiken dar, die es zu minimieren gilt. Auch ethische Bedenken d\u00fcrfen nicht au\u00dfer Acht gelassen werden \u2013 insbesondere, wenn autonome Systeme Entscheidungen treffen, die tiefgreifende Auswirkungen auf Menschen haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Agentic AI stellt einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung intelligenter Systeme dar. Ihr Potential, von automatisierten Workflows bis hin zu komplexen Prognosemodellen, ist enorm. Doch nur durch eine verantwortungsvolle und durchdachte Implementierung k\u00f6nnen die Vorteile dieser Technologie voll ausgesch\u00f6pft werden.<\/p>\n<h5 class=\"null\">Fortschritt beim Bachelor of Laws<\/h5>\n<h4 class=\"null\">Hessen f\u00fchrt den LL.B. ein<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Hessen f\u00fchrt ab dem 1. Oktober 2025 den Bachelor of Laws ein. Der Abschluss steht Studierenden offen, die nach dem 1. Januar 2020 die Zulassungsvoraussetzungen f\u00fcr das erste Staatsexamen erf\u00fcllen. Die Neuerung soll den Druck auf Studierende verringern und alternative berufliche Perspektiven bieten. <a href=\"https:\/\/rsw.beck.de\/aktuell\/daily\/meldung\/detail\/hessen-gesetz-beschluss-bachelor-of-laws\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> geht\u00b4s zum Beck Artikel mit einem \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Einf\u00fchrung.<\/p>\n<h5 class=\"null\">Veranstaltungs-Tipp<\/h5>\n<h4 class=\"null\">Key Legal Issues im IT- &amp; Datenschutzrecht mit Prof. Paal!<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Am <strong>5. Mai 2025<\/strong> laden wir euch gemeinsam mit MLTech an die <strong>LMU M\u00fcnchen<\/strong> zu einem spannenden Event mit<strong> Prof. Boris Paal (TU M\u00fcnchen)<\/strong> ein!<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Thema<\/strong>:<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die digitale Transformation stellt das Recht vor gro\u00dfe Herausforderungen: K\u00fcnstliche Intelligenz &amp; Datenschutz werfen immer neue Fragen auf. Wie k\u00f6nnen rechtliche Rahmenbedingungen mithalten? Wie kann internationaler Datentransfer und KI-Training datenschutzkonform gestaltet werden?<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Programm<\/strong>:<\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li>Impulsvortrag von Prof. Boris Paal<\/li>\n<li>Datenschutz &amp; KI \u2013 Aktuelle Entwicklungen &amp; Herausforderungen<\/li>\n<li>Plattformregulierung &amp; Wettbewerb \u2013 Neue EU-Vorgaben im \u00dcberblick<\/li>\n<li>Q&amp;A-Session \u2013 Eure Chance, Fragen direkt an Prof. Paal zu stellen!<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Wo?<\/strong> LMU M\u00fcnchen |\u00a0Wann? <strong>5. Mai<\/strong> 2025, <strong>18:15 Uhr<\/strong><\/p>\n<p><strong>Veranstaltet von<\/strong>:<\/p>\n<ul dir=\"ltr\">\n<li>MLTech \u2013 Studentischer Verein mit Fokus auf Machine Learning &amp; KI<\/li>\n<li>recode.law \u2013 Die f\u00fchrende Legal Tech Initiative f\u00fcr digitales Denken in der Rechtsbranche<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\">Jetzt vormerken &amp; dabei sein!<\/p>\n<h5 class=\"null\">Veranstaltungs-Tipp<\/h5>\n<h4 class=\"null\">Recode.talks mit\u00a0<strong data-stringify-type=\"bold\">mit Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider (BfDI)<\/strong><\/h4>\n<p dir=\"ltr\">Deep Dive zum <strong>Daten(schutz)recht <\/strong>mit Louisa Specht-Riemenschneider!Am\u00a0<strong data-stringify-type=\"bold\">23.05.<\/strong>\u00a0um<strong data-stringify-type=\"bold\">\u00a012 Uhr<\/strong>\u00a0begr\u00fc\u00dfen wir die Bundesbeauftragte f\u00fcr den Datenschutz und die Informationsfreiheit Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider!\u00a0Freut euch auf spannende Insights zu:<\/p>\n<ul data-border=\"0\" data-indent=\"0\" data-list-tree=\"true\" data-stringify-type=\"unordered-list\">\n<li data-stringify-border=\"0\" data-stringify-indent=\"0\">Anstehende \u00c4nderung der DSGVO?<\/li>\n<li data-stringify-border=\"0\" data-stringify-indent=\"0\">Aufsichtsstruktur im Wandel<\/li>\n<li data-stringify-border=\"0\" data-stringify-indent=\"0\">Zust\u00e4ndigkeiten bei den Digitalrechtsakten<\/li>\n<li data-stringify-border=\"0\" data-stringify-indent=\"0\">Anpassung des BDSG<\/li>\n<li data-stringify-border=\"0\" data-stringify-indent=\"0\">Abschaffung der Informationsfreiheit?<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"ltr\">Seid <strong>live dabei<\/strong> und bringt euch aktiv ins Gespr\u00e4ch ein! Ihr d\u00fcrft Fragen stellen und euch damit selbst in das Gespr\u00e4ch einbringen. Wir freuen uns auf euch!<\/p>\n<h5 class=\"null\">Video Tipp<\/h5>\n<h4 class=\"null\">recode.law Gr\u00fcnder Mathias und Patrick Prior<\/h4>\n<p><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o9l8Y86P-io\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"mcnImage alignnone\" src=\"https:\/\/mcusercontent.com\/8a4b1c443425ed27213871f4d\/video_thumbnails_new\/786576fadd37dafcc27501680817ae3e.png\" alt=\"\" width=\"559\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Editor&#8217;s Ramble #83 Liebe Leser:innen, in dieser Ausgabe haben wir wieder ganz viele interessante Themen rund um Legal Tech im Newsletter: Was sind die Digitalisierungspl\u00e4ne\u00a0der n\u00e4chsten Bundesregierung? Der Bund nimmt die erste staatliche Fluggastrechte Platform in Betrieb Entscheidung vor dem EuGH: Wenn Algorithmen entscheiden \u2013 warum Verbraucher jetzt ein st\u00e4rkeres Recht auf Einblick\u00a0haben Nachbericht: recode.law [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":33,"featured_media":8077,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"no","footnotes":""},"categories":[320,276,47],"tags":[],"class_list":["post-8076","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-new-law-radar","category-news"],"acf":[],"modified_by":"Jeremias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8076"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8114,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8076\/revisions\/8114"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8077"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/recode.law\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}