{"id":8477,"date":"2025-10-02T00:00:56","date_gmt":"2025-10-01T23:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/recode.law\/?p=8477"},"modified":"2025-10-02T11:16:37","modified_gmt":"2025-10-02T10:16:37","slug":"nlr-87","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/recode.law\/en\/nlr-87\/","title":{"rendered":"NewLawRadar 88\/25: Juristisches Pr\u00fcfen 2030 &#8211; Legal Innovation in der Wissenschaft &#8211; Voice Cloning"},"content":{"rendered":"<div>\n<p dir=\"ltr\">Liebe Leser:innen,<\/p>\n<p>herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe unseres Newsletters, in dem wir Euch einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die j\u00fcngsten Entwicklungen an der Schnittstelle von Recht und Technik geben.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Als Erstes stellen wir Euch drei Thesen zu Pr\u00fcfungsformaten in einer modernen juristischen Ausbildung vor, die k\u00fcrzlich von einer Gruppe Rechtswissenschaftler:innen ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">W\u00e4hrend Ausbildungsreformen noch in den Sternen stehen, ver\u00e4ndert sich die Hochschullandschaft bereits. Wir stellen zwei Leuchtturmprojekte vor.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Schlie\u00dflich berichten wir, welche zivilrechtlichen Folgen es haben kann, wenn man KI-generierte Stimmen zu gesch\u00e4ftlichen Zwecken nutzt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Und Lese- sowie Veranstaltungsempfehlungen haben wir am Ende nat\u00fcrlich auch noch f\u00fcr Euch.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wir hoffen, dass diese Ausgabe Euch neue Einblicke bietet und zum Nachdenken anregt. Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<\/div>\n<p><em>Redaktion: <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/anton-lennertz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/anton-lennertz\/\" data-cke-saved->Anton<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/friedrich-hautkapp-912b70201\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/friedrich-hautkapp-912b70201\" data-cke-saved->Friedrich<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/marco-magacs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/marco-magacs\/\" data-cke-saved->Marco<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/patrick-fett-00535464\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/patrick-fett-00535464\" data-cke-saved->Patrick<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/veronika-gelser-0378931a2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/veronika-gelser-0378931a2\/\" data-cke-saved->Veronika<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/elena-suppinger-b798ba29a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/elena-suppinger-b798ba29a\/\" data-cke-saved->Elena<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/victoria-burger-3378182a5\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/victoria-burger-3378182a5\/\" data-cke-saved->Victoria<\/a>.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h5 class=\"null\"><span style=\"color: #ff0000\">Juristisches Pr\u00fcfen 2030<\/span><\/h5>\n<h3 class=\"null\">Zukunft der juristischen Pr\u00fcfung: Drei Thesen f\u00fcr eine moderne Ausbildung<\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Renommierte Jurist:innen aus Forschung\u00a0und Lehre formulierten auf dem <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/author\/susanne-lilian-goessl\/\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/author\/susanne-lilian-goessl\/\" data-cke-saved- rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verfassungsblog<\/a> drei Thesen zur Zukunft juristischer Pr\u00fcfungen, die Grundlage f\u00fcr eine weitergehende Debatte geben sollen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Zun\u00e4chst wird angef\u00fchrt, dass gegenw\u00e4rtige Pr\u00fcfungsformate der juristischen Ausbildung einem modernen Arbeitsumfeld nicht gerecht werden. Der Umgang mit digitalen Hilfsmitteln und k\u00fcnstlicher Intelligenz, die in der Praxis kaum noch wegzudenken sind, bleibt in der gesamten Ausbildung weitgehend unbeachtet.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Mit Blick auf eine Zukunft, in der K\u00fcnstliche Intelligenz zunehmend in der Lage ist, juristische Standardprobleme eigenst\u00e4ndig zu l\u00f6sen, stellt sich die Frage nach dem Pr\u00fcfungswert juristischer Hausarbeiten. Wenn sich der individuelle Eigenbeitrag kaum noch verl\u00e4sslich messen l\u00e4sst, droht dieses Pr\u00fcfungsformat an Aussagekraft zu verlieren. Die Autor:innen schlagen vor, Hausarbeiten als sogenannte \u201eKI-Hausarbeiten\u201c weiterzuentwickeln: Der Einsatz von KI soll ausdr\u00fccklich erlaubt, aber zugleich transparent gemacht und kritisch reflektiert werden. So k\u00f6nne das Format erhalten bleiben und weiterhin relevante Kompetenzen pr\u00fcfen, etwa den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen, pr\u00e4zise Quellenpr\u00fcfung und juristische Argumentation.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Bei Klausuren sehen die Jurist:innen ebenfalls Reformbedarf. Sie schlagen differenzierte Formate vor, die den Umgang mit digitalen Hilfsmitteln gezielt einbeziehen: von klassischen Klausuren ohne Zugriff auf externe Ressourcen \u00fcber Hybridklausuren mit begrenztem Hilfsmitteleinsatz bis hin zu offenen \u201eKI-Klausuren\u201c, bei denen der reflektierte Einsatz digitaler Tools mitgepr\u00fcft wird. So soll nicht nur Fachwissen, sondern auch die F\u00e4higkeit gef\u00f6rdert werden, moderne Technologien verantwortungsvoll in juristische Arbeitsprozesse einzubeziehen.<\/p>\n<hr \/>\n<h5><span style=\"color: #ff0000\">Legal Innovation in der Wissenschaft\u00a0<\/span><\/h5>\n<h3>Stanford und Bucerius Universit\u00e4t f\u00f6rdern praxisnahe Innovation im Rechtswesen<\/h3>\n<p>Die Verwendung von KI-Anwendungen im Rechtswesen ist kein neues Thema. Die meisten der automatisierten L\u00f6sungen zielen bis jetzt aber vor allem auf die Steigerung von Kanzleieffizienz \u2013 etwa durch automatisierte Recherche oder beschleunigte Dokumentenverarbeitung.<\/p>\n<p>Das neu gegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/law.stanford.edu\/liftlab\/\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/law.stanford.edu\/liftlab\/\" data-cke-saved- rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">liftlab (Legal Innovation through Frontier Technology Lab)<\/a> der Stanford Law School verfolgt jedoch eine breitere Mission: KI soll nicht nur Effizienz bringen, sondern auch den Zugang zum Recht gerechter, transparenter und breiter zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Diese Vision soll vor allem mit konkreten technischen Schwerpunkten erreicht werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Legal Personas: Mit Hilfe von Sprachmodellen soll das implizite Wissen erfahrener Jurist:innen extrahiert und kodiert werden. So k\u00f6nnen Modelle entstehen, die typische juristische Abw\u00e4gungen und Entscheidungsprozesse abbilden und als Forschungsinstrumente wie auch als praxisnahes Trainingswerkzeuge dienen.<\/li>\n<li>Contractual Drafting Risk Assessment: Vertr\u00e4ge werden oft durch sprachliche Vagheit oder Unbestimmtheit streitanf\u00e4llig. Das LiftLab setzt KI ein, um genau diese Risikostellen zu identifizieren und daraus Empfehlungen f\u00fcr die Vertragsgestaltung abzuleiten \u2013 ein Ansatz, der Vertragsqualit\u00e4t messbar verbessern kann.<\/li>\n<li>Multi-Agent Simulation for Evaluation: Durch Simulationen mit mehreren KI-Agenten lassen sich interne Abl\u00e4ufe in Kanzleien analysieren. Ziel ist es, Schwachstellen in Arbeitsprozessen sichtbar zu machen und neue Organisationsmodelle realistisch zu testen, bevor sie in der Praxis umgesetzt werden.<\/li>\n<li>AI-driven Simulation Training: Nachwuchsjurist:innen sollen durch KI-gest\u00fctzte Trainingsplattformen praxisnah Verhandlungen und andere zentrale Skills \u00fcben k\u00f6nnen. Szenarien werden so gestaltet, dass sie komplexe, realistische F\u00e4lle nachahmen und Lernfortschritte objektiv messbar machen.<\/li>\n<li>Applied Mechanistic Interpretability: Ein besonders innovativer Ansatz ist die Anwendung von \u201eModel Pruning\u201c in rechtlichen Kontexten. Dabei werden Neuronen in Sprachmodellen, die nachweislich bias-basiertes Verhalten erzeugen, gezielt deaktiviert oder entfernt \u2013 mit dem Ziel, diskriminierende Verzerrungen systematisch zu reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrenddessen gibt es auch in Deutschland spannende Neuigkeiten. Besonders hervorzuheben ist die<\/span><a href=\"\/en\/blank\/\"> <span style=\"font-weight: 400\">Bucerius Law School<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> in Hamburg mit ihrem neu gegr\u00fcndeten<\/span><a href=\"https:\/\/www.law-school.de\/forschung-fakultaet\/wissenschaftliche-initiativen\/legal-innovation-hub\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> <span style=\"font-weight: 400\">Bucerius Legal Innovation Hub (\u201cBLIH\u201d)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\">, der interdisziplin\u00e4re Forschung, Kooperation mit der Praxis und neue Ausbildungsformaten verbindet. Der Hub ist aus den bereits bestehenden Forschungszentren des<\/span><a href=\"https:\/\/www.law-school.de\/forschung-fakultaet\/institute-und-zentren\/center-on-the-legal-profession\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> <span style=\"font-weight: 400\">Bucerius Center on the Legal Profession (\u201cCLP\u201d)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> und<\/span><a href=\"\/en\/blank\/\"> <span style=\"font-weight: 400\">Bucerius Center for Legal Technology and Data Science (\u201cCLTDS\u201d)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> hervorgegangen. Die inhaltliche Arbeit soll sich um die folgenden vier Themen drehen: Rechtswissenschaft &amp; Technologie, Zukunft der juristischen Profession, Strukturwandel im digitalisierten Rechtsmarkt sowie Innovation &amp; F\u00fchrung in der Rechtsbranche.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h5 class=\"null\"><span style=\"color: #ff0000\">Voice Cloning<\/span><\/h5>\n<h3 class=\"null\">Fiktives Honorar f\u00fcr KI Stimme<\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Wie bereits von <a href=\"https:\/\/jurios.de\/2025\/09\/11\/youtuber-muss-fiktives-honorar-fuer-ki-stimme-des-bekannten-synchronsprechers-manfred-lehmann-zahlen\/#:~:text=Die%20unerlaubte%20Nutzung%20einer%20per,entschied%20das%20Landgericht%20Berlin%20II.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/jurios.de\/2025\/09\/11\/youtuber-muss-fiktives-honorar-fuer-ki-stimme-des-bekannten-synchronsprechers-manfred-lehmann-zahlen\/#:~:text=Die%20unerlaubte%20Nutzung%20einer%20per,entschied%20das%20Landgericht%20Berlin%20II.\" data-cke-saved->Jurios<\/a> berichtet, ist vor\u00a0dem LG Berlin II (Urteil vom 20.08.2025 \u2013 2 O 202\/24; <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fents%2Fgrurrs%2F2025%2Fcont%2Fgrurrs.2025.22042.htm&amp;anchor=Y-300-Z-GRURRS-B-2025-N-22042&amp;jumpType=Jump&amp;jumpWords=grur%2Brs%2B2025%252c%2B22042&amp;readable=Suche%2Bnach%2BFundstelle%253a%2Bgrur%2Brs%2B2025%2B%2B22042\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fents%2Fgrurrs%2F2025%2Fcont%2Fgrurrs.2025.22042.htm&amp;anchor=Y-300-Z-GRURRS-B-2025-N-22042&amp;jumpType=Jump&amp;jumpWords=grur%2Brs%2B2025%252c%2B22042&amp;readable=Suche%2Bnach%2BFundstelle%253a%2Bgrur%2Brs%2B2025%2B%2B22042\" data-cke-saved- rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">GRUR-RS 2025, 22042<\/a>)\u00a0ein Urteil zu einer KI generierten Stimme ergangen. Durch die fortgeschrittenen Anwendungsf\u00e4lle von K\u00fcnstlicher Intelligenz treten Parodien immer h\u00e4ufiger auf. Wobei die Nutzung fremder Bildnisse noch spezialgesetzlich durch das KunstUrheberGesetz (KunstUrhG) geregelt ist, findet sich eine solche Regelung nicht f\u00fcr die Stimme.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das Gericht f\u00fchrt aus, dass die Stimme im selben Ma\u00dfe ein Ausdruck des Allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechts ist, wie das Bildnis einer Person (GRUR RS 2025, 22042, Rn. 12 f.). Die Anspruchsgrundlage des Inhabers der Stimme r\u00fchrt somit aus \u00a7 823 I BGB i.V.m. Art. 2 I, 1 I GG her.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das \u201eVoice Cloning\u201c ist die \u201eKI-gest\u00fctzte Erzeugung von Toninhalten [\u2026] die der Stimme einer Person merklich \u00e4hneln und Dritten f\u00e4lschlicherweise als echt oder wahrhaftig erschein[t]\u201c (Ellenberg, Pers\u00f6nlichkeits- und Urheberrechte beim Voice Cloning, RDi 2024, 599). Bei dem Eingriff in die Pers\u00f6nlichkeitsrechte kommt es alleinig darauf an, ob aus Sicht eines objektiven Dritten die Stimme der Person zugeordnet werden kann und die Person dadurch in den Kontext mit einem Inhalt gesetzt wird oder sogar auch nur eine <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Freddok%2Fbecklink%2F2035436.htm&amp;pos=1&amp;hlwords=on\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Freddok%2Fbecklink%2F2035436.htm&amp;pos=1&amp;hlwords=on\" data-cke-saved->gezielt herbeigef\u00fchrte \u00c4hnlichkeit<\/a> zu der imitierten Stimme.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Im Wesentlichen wird in dem Urteil festgestellt:<\/p>\n<p dir=\"ltr\">1.\u00a0Das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht sch\u00fctzt auch wirtschaftliche Interessen an der eigenen Stimme.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">2.\u00a0Die Nutzung ohne Einwilligung ist unabh\u00e4ngig davon unzul\u00e4ssig, ob die Stimme von einer KI oder einem Menschen erstellt wird.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">3. Die Regeln zur unberechtigten Nutzung der Stimme.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Eingriff k\u00f6nnte gerechtfertigt sein, analog \u00a7\u00a7 22, 23 KUrhG, wenn die Verwendung im Bereich der Zeitgeschichte, der Satire oder der Kunst erfolgt. Der Fall vor dem Berliner Gericht war jedoch unabh\u00e4ngig von politischer Satire und hatte teilweise sogar einen gesch\u00e4ftlichen Bezug, sodass die Rechtfertigungsgr\u00fcnden nicht eingreifen. Eine zus\u00e4tzliche Besonderheit bei dem Voice Cloning ist, dass nicht nur die Ver\u00f6ffentlichung, sondern auch die Erstellung der Stimme eine Verletzung der Pers\u00f6nlichkeitsrechte darstellt (vgl. Ellenberg, Pers\u00f6nlichkeits- und Urheberrechte beim Voice Cloning, RDi 2024, 599, 602ff.).<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das Urteil des Landgerichts bringt somit keine neue juristische Konstruktion mit sich, sondern best\u00e4tigt nur, dass der bisherige Schutz des Allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrechtes auch auf die Nutzung durch die KI anwendbar ist.<\/p>\n<hr \/>\n<h5 class=\"null\"><span style=\"color: #ff0000\">Lese-Tipp<\/span><\/h5>\n<h3 class=\"null\">AI-Startup wird zur eigenen Kanzlei &#8211; Ein Richtungswechsel der juristischen Welt?<\/h3>\n<p dir=\"ltr\">Das KI-Start-up <a href=\"https:\/\/www.eudia.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eudia<\/a> hat in Arizona eine eigene \u201eKI-gest\u00fctzte\u201c Anwaltskanzlei er\u00f6ffnet. M\u00f6glich wurde das durch neue Regeln im Bundesstaat, die es auch Nicht-Jurist:innen erlauben, Anteile an Kanzleien zu halten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die neue Kanzlei, Eudia Counsel, kombiniert eigene KI-Tools mit klassischer Rechtsarbeit und bietet Unternehmen Dienstleistungen wie Vertragsanalysen oder Due Diligence bei M&amp;A-Prozessen an.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Das zeigt einen klaren Trend: Statt nur Software f\u00fcr Kanzleien zu entwickeln, werden manche Firmen nun selbst zu Kanzleien und ver\u00e4ndern damit Rollenbilder und Gesch\u00e4ftsmodelle in der Rechtsbranche. F\u00fcr Studierende mit Interesse an Recht, Tech oder Unternehmertum ein spannendes Thema.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/legal\/legalindustry\/legal-ai-startup-eudia-opens-law-firm-under-arizona-program-2025-09-03\/\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/www.reuters.com\/legal\/legalindustry\/legal-ai-startup-eudia-opens-law-firm-under-arizona-program-2025-09-03\/\" data-cke-saved- rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> findet ihr mehr zum Thema.<\/p>\n<hr \/>\n<h5><span style=\"color: #ff0000\">Lese-Tipp<\/span><\/h5>\n<h3>K\u00fcnstliche Intelligenz und richterliche Entscheidungsfindung <strong>\u2013<\/strong>\u00a0ein erster Meilenstein<\/h3>\n<p>Ein interdisziplin\u00e4res Forschungsprojekt der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und des Nieders\u00e4chsischen Justizministeriums untersucht, wie k\u00fcnstliche Intelligenz Richter:innen k\u00fcnftig unterst\u00fctzen k\u00f6nnte. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Transparenz, Fairness und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Grenzen automatisierter Systeme in komplexen Verfahren. Die ersten Ergebnisse zeigen, wie gro\u00df die Chancen, aber auch die Herausforderungen f\u00fcr den Einsatz von KI in der Rechtsprechung sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/uni-goettingen.de\/de\/701073.html\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/uni-goettingen.de\/de\/701073.html\" data-cke-saved- rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> geht\u2019s zur Originalmeldung der Uni G\u00f6ttingen:\u00a0KI und richterliche Entscheidungsfindung<\/p>\n<hr \/>\n<h5><span style=\"color: #ff0000\">Veranstaltungstipp<\/span><\/h5>\n<h3><strong>Workshop mit Wolters Kluwer &#8211; Juristische Recherche 2.0<\/strong><\/h3>\n<p>Digitalisierung und K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndern die juristische Arbeit \u2013 von Recherche \u00fcber Analyse bis hin zur Fallvorbereitung und Entscheidungsfindung.<\/p>\n<p>Beim Event \u201eJuristische Recherche im digitalen Zeitalter\u201c laden wir euch zusammen mit Wolters Kluwer Deutschland und dem Legal Tech Lab Cologne <strong>am 7.10. um 17:30 Uhr in K\u00f6ln<\/strong> ein, um genau diese Ver\u00e4nderung zu beleuchten: Welche modernen Tools stehen uns zur Verf\u00fcgung? Wie kann KI die Praxis effizienter und smarter machen?<\/p>\n<p>Florian Juterschnig von recode.law, Dante Browder vom LTLC und Philipp Stock von Wolters Kluwer Deutschland werden diese Fragen beantworten und ihre Perspektive teilen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/recode.law\/en\/veranstaltung\/workshop-mit-wolters-kluwer-juristische-recherche-2-0\/\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/recode.law\/veranstaltung\/workshop-mit-wolters-kluwer-juristische-recherche-2-0\/\" data-cke-saved->Auf unserer Webseite<\/a> k\u00f6nnt ihr euch direkt <strong>einen Platz sichern<\/strong> und mehr Informationen finden.<\/p>\n<hr \/>\n<h5><span style=\"color: #ff0000\">Veranstaltungstipp<\/span><\/h5>\n<h3><strong>Workshop mit YPOG &#8211; Wie ver\u00e4ndert die KI die juristische Praxis<\/strong><\/h3>\n<p>KI ver\u00e4ndert die juristische Arbeit &#8211; von Recherche \u00fcber Dokumentenpr\u00fcfung\u00a0bis hin zur strategischen Beratung. Gemeinsam mit <a href=\"http:\/\/https:\/\/www.ypog.law\/\" data-cke-saved-href=\"http:\/\/https:\/\/www.ypog.law\/\" data-cke-saved- rel=\"nofollow\">YPOG Berlin<\/a> zeigen wir Euch im Workshop \u201eZwischen Paragraphen und Programmcode &#8211; Wie ver\u00e4ndert KI die juristische Praxis\u201c am 5. November 2025 ab 16:00 Uhr, wie KI bereits heute Kanzleien unterst\u00fctzt \u2013 und wo ihre Grenzen liegen.<\/p>\n<p>Freut Euch auf praxisnahe Beispiele, einen interaktiven Austausch und die Gelegenheit zum Networking bei Fingerfood und Drinks.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/recodelaw.typeform.com\/to\/zjpPnO1b\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><span style=\"font-weight: 400\">Hier<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> geht es zur Anmeldung! Alle weiteren Details zum Ablauf ver\u00f6ffentlichen wir demn\u00e4chst auf unserer Website \u2013 vorbeischauen lohnt sich!<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser:innen, herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe unseres Newsletters, in dem wir Euch einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die j\u00fcngsten Entwicklungen an der Schnittstelle von Recht und Technik geben. Als Erstes stellen wir Euch drei Thesen zu Pr\u00fcfungsformaten in einer modernen juristischen Ausbildung vor, die k\u00fcrzlich von einer Gruppe Rechtswissenschaftler:innen ver\u00f6ffentlicht wurden. 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