Nachbericht

Nachbericht: Agile Arbeitsmethoden mit Noerr

Autorinnen: Anna Senfleben und Lina Fredebeul

Am 08.09.2021 fand nach einer langen Zeit das erste Mal wieder ein Event in Präsenz statt. Gemeinsam mit unserem Partner Noerr haben wir in deren Düsseldorfer Niederlassung einen Workshop zu agilen Arbeitsmethoden veranstaltet.
Ziel war es, den Teilnehmer:innen einen Einblick in verschiedene agile Arbeitsmethoden zu verschaffen und ihnen so nachhaltige Verbesserungen im beruflichen, aber auch im privaten Alltag zu ermöglichen. Behandelt haben wir Kanban, Lean Startup, Design Thinking und Business Model Canvas (BMC), wobei der Schwerpunkt auf Design Thinking lag.

Der Ablauf

Der Workshop startete mit einer Begrüßung durch Noerr und recode.law sowie einem spannenden Vortrag zum Thema Legal Tech. Anschließend wurden die Teilnehmer:innen in Gruppen von ca. fünf Personen aufgeteilt. Pro Gruppe gab es einen Facilitator, der die Gruppen begleitet und bei Fragen zur Seite gestanden hat.

Kanban

Mit der Kanban-Methode ging es direkt in den Kleingruppen los. Dazu gab es zunächst einen kurzen Vortrag zu den allgemeinen, theoretischen Grundlagen der Methode. Kanban dient als agiles Projektmanagement-Tool, mit dem man Aufgaben visualisiert, in laufende Aufgaben begrenzt und somit die Effizienz steigert und den Workflow optimiert.

Um den Teilnehmer:innen dieses Tool näher zu bringen, haben wir die Methode mithilfe eines Spiels erprobt:  das Kanban Pizza Game. Die Teilnehmer:innen sollten innerhalb weniger Minuten so viele Pizzastücke wie möglich aus Papier herstellen. Dafür musste der Pizzaboden geschnitten, die Tomatensoße aufgemalt, der Belag aufgeklebt und das Pizzastück anschließend im Ofen gebacken werden. Das Ganze wurde in drei Iterationen gespielt. 

 

Nach der ersten Runde wurden durch die Facilitator einige strategische Tipps an die Teilnehmer:innen gegeben. Nach der zweiten Runde kam es durch die Anwendung der Kanban-Strategie zu einer erheblichen Leistungssteigerung von zum Teil mehr als 100%. In der dritten Runde gab es dann noch die Hürde von verschiedenen individuellen Bestellungen. Dies stellte jedoch nach zwei Runden Erfahrung kein Problem mehr für die Gruppen dar. 

Am Ende des Spiels wurde von jeder Gruppe ein Fazit vorgetragen. Der größte Lerneffekt bestand vor allem in der Pull-Methode, bei der neue Arbeit erst bei freien Kapazitäten in den Arbeitsprozess “gezogen” wird. Die Vorteile dabei sind kürzere Durchlaufzeiten, verbesserte Qualität und die Steigerung der Anpassungsfähigkeit.

Design Thinking

Nach einer Einführung in die Design Thinking Methode haben die Gruppen einen Sachverhalt und eine Klageschrift bekommen. Ziel war es, der Mandantin/ dem Mandanten ein Reporting-Tool für Masseverfahren mithilfe des Design-Thinking-Prozesses zu bauen. Design Thinking fördert das kreative und innovative Denken in einem festen Rahmen, bei dem das Lösen eines komplexen Problems im Mittelpunkt steht. Gemeinsam mit dem Endnutzer werden aus dem Problem in mehreren Iterationen Ideen kreiert und schlussendlich ein Prototyp entwickelt. Der Prozess ist in 6 feststehende Schritte untergliedert: Verstehen, Beobachten, Verorten, Erschaffen, Probieren und Testen. Auch hier wurden die Gruppen durch unsere Facilitator unterstützt. Vor der Mittagspausen haben wir uns mit den ersten beiden Schritten, Verstehen und Beobachten, beschäftigt. 

Dabei sollten die Teilnehmer:innen sich in den Mandanten/ die Mandantin hineinversetzen und beobachten, welche Probleme bei einem Masseverfahren auftauchen. 

Danach gab es zur Stärkung leckere Pizza sowie ein kühles Eis bei bestem Wetter im Medienhafen von Düsseldorf.

Lean Startup

Nach der Pause ging es mit Lean Startup weiter. Die maßgebliche Idee hinter Lean Startup ist der Build-Measure-Learn-Zyklus in iterativen Schleifen. Es gilt dabei, ein halbfertiges Produkt auf den Markt zu bringen, um durch Feedback Optimierungspotenziale zu generieren. Damit kann auf Veränderungen am Markt direkt reagiert und das Produkt auf Kundenwünsche angepasst werden.

Auch hier haben wir die Methode mithilfe eines Spiels visualisiert und erkundet: das Ball Point Game. Die Herausforderung in dem Spiel bestand darin, so viele Bälle wie möglich von einem Eimer in einen anderen zu bekommen. Gespielt wurde in Gruppen von ca. 10 Personen, in denen jeder Teilnehmer einmal den Ball berührt haben musste. Hürden bestanden darin, dass die Bälle durch die Luft gereicht werden mussten und nicht von Hand zu Hand weitergereicht werden durften. Außerdem durfte man den Ball nicht an den/die direkte/n Nachbar:in weiter geben. 

Die Gruppen entwickelten unterschiedliche, aber ähnlich starke Methoden und wurden mit jedem Durchgang besser. Das Spiel diente auch wunderbar dazu, nach der leckeren Pizza in der Mittagspause wieder wach zu werden. Nach dem Ball Point Game ging es wieder in die Design-Thinking-Gruppen zurück.

Business Model Canvas (BMC)

In den Design-Thinking-Prozess wurde schließlich noch das Business Model Canvas eingegliedert. Dieses dient als Framework zur Visualisierung und Strukturierung  von Geschäftsmodellen. Durch einen vorgegebenen 9er Grid ist die Anwendung leicht erlern- und ausübbar. Behandelt werden die Elemente Kunden, Nutzenversprechen, Vertriebs- und Kommunikationskanäle, Kundenbeziehungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäte, Schlüsselpartnerschaften sowie die Kostenstruktur.

Pitches

Am Ende des Workshops wurden die Ergebnisse der Gruppen vorgestellt. Die Gruppen hatten jeweils drei Minuten Zeit, weshalb sie sich effiziente Gestaltungs- und Vortragsformen überlegen mussten. Es gab die unterschiedlichsten Ideen. Von einer PowerPoint-Präsentation über ein digitales Paper hin zu aufgemalten digitalen Tools auf Flipcharts. Die Ideen und Ausarbeitungen der Gruppen waren sehr bemerkenswert.

                                 

Die Vorträge wurden von einer Jury, bestehend aus Frédéric Kuhn, einem Anwalt von Noerr, und Anna Senfleben und Lina Fredebeul, den beiden Organisatorinnen und Mitgliedern von recode.law, bewertet.
Nach einer intensiven Beratung wurde das Siegerteam gekürt. Die Gewinner-Gruppe stach vor allem aufgrund der Erkennung und Berücksichtigung der Hauptprobleme, der Einbringung wertvoller Features sowie der Verknüpfung verschiedener innovativer Tools hervor. Bereits während des Workshops zeigte sich die Gruppe hochmotiviert und wissbegierig. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch!

Get Together

Im anschließenden Get Together wurden bei leckerem Essen, erfrischenden Getränken und einem fantastischen Sonnenuntergang die Gedanken des Tages ausgetauscht. Die Teilnehmer:innen hatten dabei die Möglichkeit, die Mitglieder von recode.law sowie Top Anwälte und Anwältinnen von Noerr besser kennenzulernen. Auch wurde die ein oder andere hitzige Partie Kicker gespielt.

Wir sind überwältigt von der Resonanz und freuen uns, wenn wir den ein oder anderen bei zukünftigen Events wiedersehen!

Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge habt, meldet euch gerne unter hi@recode.law.
Auf diese Art können wir uns stetig steigern und noch bessere Events gestalten.

PS: Die fantastischen Bilder hat Manor von Manorlux gemacht. Schaut doch gerne mal bei ihm vorbei!

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