Nachbericht: Hack the Law – Cambridge

Vor ein paar Wochen nahmen ein paar der recode-Mitglieder am Hack the Law-Hackathon der Uni Cambridge teil und reisten für ein einzigartiges Wochenende nach Cambridge. Amelie und Annika erzählen von ihren Erlebnissen. 

Unser Wochenende begann bereits am Donnerstagabend in einer Bar in Cambridge. Auch wenn uns die Eigenheiten der Engländer, insbesondere der Linksverkehr, bekannt waren, so waren wir doch überrascht, dass das Deutschlandspiel am Abend durch den Beamer kopfüber gezeigt wurde. Der Grund war allerdings nicht die deutsch-englische Fußballrivalität, sondern technische Probleme, und so blieb für uns nur ein kleiner Fernseher über, den wir uns mit ein paar anderen Deutschland-Fans teilten, die uns während des Spiels erzählten, seit wann sie Deutschland-Fans sind. Wir nutzten den Barbesuch aber auch, um uns auszutauschen und schon einmal über den kommenden Hackathon zu brainstormen. Was würden wohl die Challenges sein? Welche Tools werden wir benutzen? Wie werden wir ein Team finden? 

Am Freitag ging es dann auch mit dem Legal Hackathon los. Morgens schauten wir uns zusammen die Stadt an und entdeckten einige Colleges in Cambridge, bevor wir zur Business Judge School der University of Cambridge gingen. Nach einem kurzen Check-In lernten wir Leute mit verschiedenen Backgrounds kennen: Business, Tech und Law… alles passend zum Legal Hackathon. Spannend war auch, wo die Teilnehmer studierten: Einige studierten in Cambridge oder in London, ein Team kam sogar aus Singapur und einige Teilnehmer reisten aus Australien und Brasilien an. Die Judges kamen zum Teil auch aus den USA angereist, da das CodeX der Universität Stanford Partner des Hackathons war. 

Danach standen für uns die Workshops an, bei denen uns die verschiedenen Tools näher gebracht wurden und auch der Hackathon an sich erklärt wurde. Trotz der Hitze am heißesten Wochenende des Jahres konnten wir so die Tools, die wir beim Hackathon benutzen durften, kennenlernen. Gerade für uns, die (noch) nicht allzu viel Erfahrung mit den verschiedenen Tools hatten, war das eine tolle Chance. Anschließend wurden uns die verschiedenen Challenges der Sponsoren vorgestellt: Supervising AI Agents, Citation-Checker, Legal Buddy für Kanzleien und noch viel mehr.  

Noch vor der offiziellen Eröffnungszeremonie konnten wir bei Getränken und Snacks Teams bilden. Für uns hieß das aber auch gleichzeitig: Mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen (gerade mit den Tech-Leuten), um mit einem guten Team an den Start zu gehen. Dabei konnten wir viele Legal- und auch viele Tech-Leute kennenlernen. Wir verstanden uns am besten mit Leo und Igor, die beide am Imperial College in London studierten, und traten für die Supervising AI Agents Challenge an. 

 

Insgesamt gab es drei Teams mit recode.law Mitgliedern: 

  • Team „recode.law“ mit Lukas, Marco und Namin 
  • Team „Hacking Ambiguity“ mit Jonas 
  • Und Team „Quinn“ mit uns beiden 

 

Nach der Eröffnungszeremonie kamen wir dann schon ein erstes Mal als Team zusammen und brainstormten zu unserer Challenge: Welches Problem soll von der Challenge gelöst werden? Wie kann die beste Lösung aussehen? Was ist den Challenge-Erstellern und auch potenziellen Nutzern wichtig? Am Samstag ging es dann um 8 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück los, bei dem wir dann auch schon direkt anfingen zu coden und unsere Ideen auszuarbeiten. Das Schwierigste an diesem Hackathon war definitiv die knappe Zeit. Bei einigen Hackathons ist es üblich, dass man eine Nacht durcharbeiten kann, hier fing der Hackathon aber am Samstag an und wir mussten schon um 21 Uhr abgeben. Eine echte Nachtschicht gab es bei diesem Hackathon nicht – allerdings mussten wir doch das ein oder andere Legal Dokument für das Sprachmodell in der Nacht von Freitag auf Samstag ausarbeiten, um dieses am nächsten Tag bereit zu haben. Während in unserem Team Leo und Igor fleißig mit Vibecoding, und Tools wie Claude Code und Perplexity unsere Ideen umsetzten, überlegten wir uns welche Features das Tool haben sollte, und testeten das Tool immer wieder und konnten dabei die rechtliche Sichtweise einbringen. Dabei stellten wir fest, dass wir uns als Team gut zusammenarbeiteten, und es bei einem Hackathon wirklich wichtig ist, aus Tech- und Legal-Leuten zu bestehen, da die Tech-Leute zwar viele Features einbauen können und auch viele Design-Ideen haben, aber die Legal-Leute genau wissen, welche Features nützlich sind, welches Design besser ankommt und ob die Ausgabe des Chatbots überhaupt rechtlich und tatsächlich passend sind. 

Nachdem wir den ganzen Tag unser Tool verbesserten, kamen wir zum Ende dann doch etwas in Zeitnot – nicht untypisch für einen Hackathon. Wir brauchten eine Demo des Tools, eine Präsentation und alles musste natürlich dann auch um 21 Uhr stehen. Als wir dann ganz knapp in der Frist fertig wurden, konnten wir mit Getränken auf unsere erfolgreiche Abgabe anstoßen. Für unser Team ging es dann noch in eine Bar, um das England-WM-Spiel zu schauen und den intensiven Tag abzuschließen. Überraschend war dabei vor allem, dass auch eine Hochzeitsgesellschaft in der Bar das Spiel schaute und gemeinsam mit den anderen Fans in der Bar “it’s coming home“ anstimmte.

Am nächsten Morgen stand dann der Pitch an, wo wir unser Tool vorstellen durften. Bei unserem Team durften wir dabei sogar vor Legal Tech Pioneer Oliver Goodenough pitchen, was bei uns zu einem kleinen Fan-Moment führte. Mit unserem Pitch waren wir sehr zufrieden, hatten aber das Weiterkommen ins Grand Finale nicht mehr in unseren Händen – sodass wir dann im Café der Universität endlich frühstückten. Dann wurden die 10 Teams verkündet, die es ins Grand Finale geschafft hatten – und das Team „recode.law“ und auch unser Team „Quinn“ haben es ins Finale geschafft! Direkt als erstes durften wir dann pitchen und hatten keine Vorbereitungszeit. Dennoch lief es ganz gut und auch das Team „recode.law“ war stark, allerdings gab es viele gute Teams! Beispielsweise gestaltete das Team „Spectre“ einen 3D-Gerichtssaal, damit die Legal Skills in einer Kanzlei verbessert werden konnten und kam dabei beim Publikum sehr gut an. 

Zunächst wurden die Gewinner der Kanzlei-Challenges verkündet, und das „recode.law“-Team gewann dabei die CMS Challenge, obwohl es bei dieser Challenge am meisten Konkurrenz gab. Und auch das Team von Jonas, „Hacking Ambiguity“, und unser Team „Quinn“ konnten Challenges gewinnen – und zwar Tool-Challenges. Neo4J wurde am besten von Jonas Team „Hacking Ambiguity“ eingesetzt und Perplexity von unserem Team. 

Dann kamen wir zu den besten drei Teams – und unser Team „Quinn“ gewann zu unserer Freuden und großen Überraschung den dritten Platz! Der zweite Platz ging an das Team „Lex Arena” aus Singapur und der erste Platz ging an „Consistency Check“, die innerhalb der kurzen Zeit tolle Tools gebaut haben! Hier findet ihr die verschiedenen Tools aller Gewinner und könnt euch unsere Demos anschauen: https://hackthelaw-cambridge.com/hackathon-2026/  

Nach der Siegerehrung konnten wir uns noch mit anderen Teilnehmer:innen und auch Juror:innen austauschen und kamen über den Hackathon, die Tools und alles mögliche ins Gespräch. Dabei wurden beim gemeinsamen Essen mit Oliver Goodenough, Jonathan Hew and Harry Surden im Burger-Restaurant auch einige Anekdoten ausgepackt, die wir vielleicht bei einem Stammtisch mal erzählen werden. 

Nach dem Hackathon traten einige von uns auch schon direkt den Heimweg an, die übrigen Mitglieder ließen den Abend gemeinsam ausklingen. Dabei erzählten wir uns von unseren Erfahrungen vom Wochenende – es war für uns alle definitiv eines der Highlights unserer Zeit bei recode.law. Warum? Wir konnten viel lernen (von Pitch-Skills bis hin zu Vibecoding-Skills) und viele beeindruckende Legal- und Tech-Leute aus der ganzen Welt kennenlernen. Wir haben mit unseren Teams innerhalb kürzester Zeit tolle Tools gebaut und gelernt, wie man mit Teamwork und unterschiedlichen Kompetenzen viel erreichen kann. Und dieses Wochenende und diese Erfahrung hat uns viel Motivation gegeben, uns weiterhin mit KI-Tools und Startups zu beschäftigen und auch noch mehr Leute für recode.law zu begeistern.

 

Ein Rückblick von Amelie und Annika

Last Updated on 31. Juli 2026