Nachbericht: Liquid Legal Summit 2026

Am 6. und 7. Juli waren unsere Mitglieder Narmin und Annika beim Liquid Legal Summit 2026 und berichten von ihren Erlebnissen. 

 

Eigentlich hätten wir nicht gedacht, uns schon so schnell nach dem Hackathon in Cambridge wiederzusehen, aber eine Einladung vom Liquid Legal Institute, bei dem Liquid Legal Summit teilzunehmen, schlägt man nicht aus. Denn dort erfährt man aus erster Hand, wie die Legal Transformation in der Praxis stattfindet und wie diese in der Zukunft gestaltet wird. 

Am ersten Tag fanden nach einer Keynote der Organisatoren und einem Impulsvortrag vom Bayerischen Justizminister Georg Eisenreich mehrere Workshops statt. Wir entschieden uns zunächst, am Workshop “Capability Mapping für die KI-fähige Rechtsabteilung” mit Martin Clemm, Carolin Kothe und Klaus Gresbrand teilzunehmen. Dabei kamen wir mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch und stellten fest, dass auch in Rechtsabteilungen die digitale Transformation längst stattfindet und uns wurde erklärt, wie AI Agents bereits in den Workflow der Rechtsabteilung integriert werden. Diese direkten Einblicke in die Praxis anderer Unternehmen und Kanzleien erwiesen sich als sehr wertvoll, aber die Zeit, die dafür eingeplant war, war leider etwas zu kurz. 

Weiter ging es für uns mit dem Legora Workshop “From Prompts to Pipelines: Designing for Agentic Work” mit Philip König und mit einem Workshop über eine Knowledge Management Plattform von Sybren Raaijmakers. Entgegen der Ankündigung als Workshop handelte es sich hierbei eher um Vorträge in kleineren Gruppen. Obwohl der interaktive Eigenanteil fehlte, bot die Präsentation interessante Einblicke in die Gestaltung moderner Kanzlei- und Abteilungspipelines. Außerdem wurden uns moderne Review- und Entwurfsprozesse in der juristischen Praxis gezeigt. Am Ende jedes Vortrags durften Fragen gestellt werden, was dann doch für die ein oder andere Diskussion sorgte und auch neue Impulse für uns brachte. Die beiden Workshops waren für uns besonders interessant, da wir uns mit diesen Themen viel beschäftigen, so auch zuletzt beim Hackathon.

Der erste Tag endete mit der Liquid Legal Night auf der Dachterasse von Deloitte in Düsseldorf. Highlight war zunächst ein Talk von recode.law-Mitglied Yannek mit Megan Ma vom Stanford Codex, die sich über wissenschaftliches Arbeiten rund um KI unterhielten und die zukünftigen Trends ansprachen. Danach ging der Abend in den gemütlichen Teil über, wo wir bei bester Aussicht mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, so auch mit recode.law-Mitglied Florian sprachen, der mit seiner Kanzlei vor Ort war. Momente wie diese führen uns vor Augen, wie wertvoll es ist, dass wir durch recode.law Kommunikation, Produktmanagement und digitale Skills lernen, was genau die Fähigkeiten sind, die bei Rechtsabteilungen und Kanzleien gut ankommen und in dieser Zeit dringend gesucht sind. 

Der zweite Tag war der klassische “Conference Day”, sodass wir die meiste Zeit an der Main-Stage waren und uns Vorträge angehört haben. Es gab eine Keynote von Mark A. Cohen zum Thema Legal Foresight und dann startete auch schon die Panel-Diskussion zum Thema Legal Foresight, moderiert von unserem Beiratsmitglied Lina Keßler. 

Anschließend besuchten wir die “Mapping Legislation” Session von Philipp Cartier, der uns ein Tool vorstellte, bei der der Gesetzgebungsprozess und vor allem der vorparlamentarische Teil, verfolgt werden konnte. Dabei war beeindruckend, wie das Tool den oft intransparenten, vorparlamentarischen Prozess, in dem sich Demonstrationen und Lobby-Arbeit abspielen, durch gutes Design visuell sehr verständlich und nachvollziehbar darstellte. Das Tool launcht übrigens im Oktober, dann können wir (und auch ihr) uns das noch einmal genauer anschauen. 

Das Programm ging nahtlos weiter mit aktuellen Keynotes zu Cybersicherheit, digitaler Souveränität und den damit verbundenen politischen Weichenstellungen. Die Speaker machten unmissverständlich klar, dass in all diesen Bereichen noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. 

Diese Impulse boten den perfekten Gesprächsstoff für die anschließende Lunch-Break. Wir nutzen die Pause, um uns erneut mit verschiedensten Teilnehmenden über die gelebte Praxis auszutauschen. Ein besonders spannendes Gespräch ergab sich dabei mit einem Ingenieur, der aktuell ein konkretes Projekt im Bereich der digitalen Souveränität umsetzt.
Zudem haben wir uns riesig gefreut, unsere Kolleginnen und Kollegen von disrUPt law aus Heidelberg zu treffen, die von der Veranstaltung genauso begeistert waren wie wir. 

Wir sind mit unglaublich viel neuem Wissen nach Hause gegangen. Die Möglichkeit, so offen zu networken und sich auszutauschen, war eine großartige Erfahrung und hat uns total motiviert. Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal beim Liquid Legal Institute für die Einladung zum Liquid Legal Summit 2026 und freuen uns schon auf das nächste Jahr! 

 

    

Last Updated on 13. August 2026