Future of Legal Education – Live Talk

Worum geht's?

Nachdem die Digitalisierung rapide in unterschiedlichen Branchen verschiedenste Disruptionen begünstigt hat, hat das Thema mittlerweile auch in der juristischen Ausbildung unterschiedliche Fragen aufgeworfen. Rund 75% der Absolvent:innen der juristischen Ausbildung streben den Anwaltsberuf an – dennoch legt das Studium den Schwerpunkt auf die richterliche Sicht. Hinzu kommen handschriftlich anzufertigende Klausuren sowie das Mitschleppen und Nachsortieren von Gesetzestexten. Das erscheint im Zuge der Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß. 

Es stellt sich daher die Frage: Wie kann die juristische Ausbildung an den modernen Arbeitsmarkt angepasst werden?  Welche Reformmöglichkeiten der juristischen Ausbildung gibt es überhaupt? Wie kann die juristische Ausbildung die Studierenden besser auf die Anwaltspraxis vorbereiten? Sollte Legal Tech im Studium mehr in den Fokus rücken?

Nach der JAG-Reform in NRW und neuen Legal Tech-Studiengängen in Bayern wie dem Legal Tech LL.B. in Passau und dem Legal Tech LL.M. in Regensburg möchten wir gemeinsam mit Euch das Thema aufgreifen, welche Möglichkeiten sich diesbezüglich in Hamburg eröffnen und wie eine  mögliche Änderung des JAG für Hamburg aussehen könnte. 

Aus diesem Grund wollen wir gemeinsam mit Studierenden und Vertreter:innen aus Politik, Lehre und Legal Tech bei  einer Podiumsdiskussion Panelist:innen auf die Bühne bringen, um so einen Austausch aller Stakeholder zu ermöglichen. 

Es wird unter anderem darüber diskutiert, wie Anforderungen und Fähigkeitsentwicklung der Jurist:innen von morgen; die damit verbundene Ausgestaltung von Pflichtfachinhalten und ihren Bezug zu Legal Tech Kompetenzen; praxisbezogene Expertise hinsichtlich des rechtlichen Rahmens für die Erbringung von Rechtsdienstleistungen sowie IT- und Datenrecht;  das e-Examen sowie weitere Hilfsmittelzulassungen im Examen wie Computer oder Online-Datenbanken; und Legal Tech-Kursangebote, die bei der Freischussregelung berücksichtigt werden können.

 

Im Anschluss gibt es ein Get-Together zum Vernetzen und Austauschen inkl. einer After-Party.

 

Unsere Speaker:innen:

Anna von Treuenfels-Frowein:

Frau Treuenfels-Frowein beschreibt ihr politisches Anliegen wie folgt:

„Freiheit ist mein Antrieb. Fortschritt für alle Hamburgerinnen und Hamburger zu erreichen, ist mein Ziel. Ich bin Mutter von drei Kindern, Volljuristin und habe einige Jahre in Brasilien gelebt. 2009 begann mein politisches Engagement in der ehrenamtlichen Kampagnenleitung für das Volksbegehren gegen die Einführung der Primarschule. Wir waren erfolgreich, die FDP stand damals als einzige Partei an unserer Seite. Seit 2011 trete ich für meine und die Werte der Freien Demokraten in der Hamburgischen Bürgerschaft ein: Starke Wirtschaft, gute Infrastruktur, beste Bildung, durchsetzungsfähiger Rechtsstaat als Kernziele einer modernen Politik der bürgerlichen Mitte. Obwohl wir Freie Demokraten den 2020 den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft knapp verfehlt haben, haben mir die Bürger in meinem Wahlkreis (Blankenese) ihr Vertrauen ausgesprochen und mich direkt in die Bürgerschaft gewählt. Seitdem halte ich dort und u.a. im Innenausschuss und im Wirtschaftsausschuss als fraktionslose Abgeordnete die liberalen Werte hoch.“

 

Rechtsanwalt Dr. Philipp Hammerich: 

Dr. Philipp Hammerich ist seit dem Jahr 2015 Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Legal Tech Kanzlei rightmart sowie Gründer des Legal Tech Unternehmens rightmart GmbH (IT und Services). Er beschäftigt sich intensiv mit dem Legal Tech Markt und dessen rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere mit dem Verhältnis des RDG und des anwaltlichen Berufsrechts zu den Geschäftsmodellen der Legal Tech-Unternehmen. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann begann er 1998 in Hamburg das Studium der Rechtswissenschaften. Nach dem Referendariat und seiner Promotion ist er als Strafverteidiger und Dozent für Strafrecht tätig und hat in dieser Funktion seit dem Jahr 2003 ca. 20.000 Jurist:innen ausgebildet.

 

Prof. Dr. Michael Beurskens

Prof. Dr. Michael Beurskens, Universität Passau, ist Initiator und Studiengangsleiter des LL.B. Legal Tech, des Schwerpunktbereichs Legal Tech und ab 1.4.2023 auch des LL.M. Rechtsinformatik an der Universität Passau. Dabei unterrichtet er unter anderem selbst einen Programmierkurs in Python. Er befasst sich schon lange mit dem Nutzen der Digitalisierung für die juristische Tätigkeit und die juristische Ausbildung. Bereits 2000 entwickelte er für das BMJV ein Werkzeug zur Umstellung von GmbH-Geschäftsanteilen auf Eurobeträge und Onlinelehreinheiten (die heute unter https://learn.jura.uni-passau.de abrufbar sind). Auch heute noch entwickelt er selbst kleinere und größere Werkzeuge (z.B. ein Programm zur Analyse von Protokollen für die mündliche Staatsprüfung unter https://learn.jura.uni-passau.de/proto). Neben seinem Interesse an Digitalisierung interessiert ihn auch die juristische Ausbildung in besonderem Maße – er ist Mitglied am Passauer Institut für Rechtsdidaktik und war u.a. als Sachverständiger im Bundestag aktiv.

 

Tobias Pollmann:

Tobias Pollmann, in Hamburg geboren und aufgewachsen, hat das erste juristische Staatsexamen in Baden-Württemberg nach dem Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit Auslandsjahr an der Hong Kong University absolviert. Das anschließende Masterprogramm „European Master in Law and Economics“ führte ihn an die Universitäten Hamburg, Rotterdam und Haifa. Nach dem Referendariat in Stade und dem zweiten juristischen Staatsexamen in Celle fing er im Juni 2021 als Staatsanwalt/Richter auf Probe im niedersächsischen Staatsdienst an. Kurz zuvor begann er, sich beim Verein „Bündnis zur Reform der juristischen Ausbildung e.V.“ zu engagieren in der Kampagne „iur.reform mitzuwirken.

 

Die Veranstaltung wird hybrid stattfinden.

Wann? 2. September 2022, 17 Uhr 

Wo? Creative Space, Mexiko Ring 29, 22297 Hamburg 

Weitere Infos

02. 09. 2022

17:00 Uhr

Ort: Creative Space, Mexiko Ring 29, 22297 Hamburg 

Event-Art: Podiumsdiskussion

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